WELTBILD (oder PHILOSOPHIE und THEOLOGIE) dieser Website 

Wir sehen uns immer wieder offizieller oder auch noch häufiger vulgärer Religionskritik ausgesetzt (also entweder philosophisch formulierter oder solcher nach dem Motto "es ist sowieso alles gelogen und die Religionen sind sowieso alles Verbrecherbanden"). Üblich ist es nun, diese Religionskritik zu widerlegen und zu leiden, wenn das nichts fruchtet, und das als Opfer für eine gute Sache zu sehen - das dann in der "Ewigen Seligkeit" belohnt wird. Doch zu einer solchen Opferhaltung habe ich einfach keine Lust! Warum also nicht die ganze Religionskritik einfach einmal "überholen"? Warum sie nicht endlich einmal akzeptieren und überlegen, ob sie uns überhaupt trifft - und das wirkliche Konzept unseres christlichen Glaubens ins richtige Licht rücken!

Ein "geistlicher Surfer" hat mich kritisiert, daß ich dabei wohl einen seltsamen "Cocktail" zusammengebraut hätte. Nun gut, ich will den "Cocktail" kurz erklären:

Die philosophischen und theologischen "Eltern" von www.basisreligion.de sind:

1. Sachorientierung statt Dogmenorientierung! Es geht darum, wie der heutige Sittenverfall gestoppt werden kann. Und was dabei hilft, kann einfach nicht schlecht sein, und was nicht hilft, ist eben kontraproduktiv oder schlecht. Und es geht bei den Dogmen keinesfalls nur um die Dogmen unserer Religion, es geht um die üblichen heiligen Kühe, um die Mauern in unseren Köpfen, um sonnlose Traditionen...

2. Kompromißlose Aufklärung ("Aufklärung ist die Befreiung des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit")! Also: Eine Konzeption ohne die Annahme von Wundern, von Hexen, von Geistern, von Engeln, von Teufeln, von Leben nach dem Tod, kurz von allem Übersinnlichem! Wie das mit Gott ist, siehe dort! Gewährsleute hierfür gibt es im Grunde genommen viele!

3. Gerade hinter den bekanntesten mythologischen Geschichten in der Bibel verbergen sich vermutlich immer psychologische oder soziologische Sachverhalte. "Basisreligion" geht davon aus, daß die Zusammenhänge mit dem religionsgeschichtlichen Ansatz erschlossen werden können und daß heute hierfür die Sprache der Psychologie, der Soziologie und der Pädagogik infrage kommt. Viele Hinweise dazu habe ich aus den Vorlesungen und Vorträgen von P. Rupert Lay S.J.

4. Irgendwie habe ich natürlich auch die moderne Religionskritk mitbekommen und die Ideen der Kritischen Theorie. Es ist nun nicht so daß das alles von vornherein als falsch abgetan wird, sondern ich gehe davon aus, dass da schon etwas dran ist. Und so sind die Ergebnisse in das Konzept eingeflossen.

5. Und was hat Gott damit zu tun? Nach den Beziehungen von Ursache und Wirkung ist es oft nicht eindeutig, was Ursache und was Wirkung bei einem "Prozess" ist. So meinen wir immer, dass das erste Ziel Gottesglaube sein müsste, und wenn das erreicht sei, daß sich dann u.a. eine humane Moral mit wirklicher Liebe und echter Monogamie von allein ergeben werde. Der Zusammenhang in dieser Richtung wird hier bezweifelt. Denken wir an eine Panne mit unserem Auto: Wenn wir da einen Plattfuß haben, bekommen wir das Auto allein mit Gebet und mit Gotteserkenntnis oder entsprechend "mit dem festen Glauben" an die Firma BMW oder Mercedes schon gar nicht fit. Wir müssen uns schlicht und einfach bücken, das Auto hochbocken usw. und selbst den Reifen wechseln oder eben reparieren und uns dabei nun einmal die Finger schmutzig machen. Und dann können wir wieder stolzer BMW- oder Mercedesfahrer sein! Und genauso ist es mit der Beziehung Gott-Moral: An der Moral müssen wir etwas tun! Von alleine und nur mit frommem Zauber wird da nie etwas! Und wenn wir uns etwa um die Hintergründe und Zusammenhang von Verführungen und Enttäuschungen schon einmal so kümmern, daß wir zeigen, daß es uns ernst um eine Änderung ist, dann kann Gott uns auch helfen (siehe Gebet) und wir können zum wirklichen Glauben an Gott gelangen, und das ist dann vor allem auch ein wirklicher Eingottglauben (siehe Monotheismus!). Bedenken wir immer: Gott hat keine Hände - außer unseren! Wir müssen wenigstens wollen!

6. Natürlich gehören dazu noch lebenspraktische Kompetenzen. Einen Teil kann ich gewiß selbst beisteuern, etwa von meiner Ausbildung und Tätigkeit als Reserveoffizier und als Industriekaufmann und von meinen zahlreichen Reisen her, auf denen ich alles Mögliche gesehen und erlebt habe und mit allen möglichen Menschen über alles Mögliche ins Gespräch kam. Und einen anderen Teil habe ich Freunden zu verdanken, die mich bisweilen aufklärten, etwa wie das geht mit dem Jungfrauen "knacken" oder auch was sich wohl hinter der Erzählung Jesus und die Ehebrecherin/Sünderin verbirgt - weil das doch "immer dasselbe" ist...

6. Und irgendwie war dann auch Vorbild die Theologie des Apostels Paulus gemäß Römer 5, 12ff, allerdings etwas anders, eben nur dem Schema nach...

7. Das Menschenbild ist ein materialistisches, der Mensch wird als kybernetisches System gesehen, siehe Kybernetik!

Das Ergebnis werden gewiß nicht die üblichen Transzendenzerfahrungen sein, doch die sind nicht unbedingt Kennzeichen in einem Monotheismus, denn sie sind ja durchaus auch in Vielgöttereien möglich! Hier geht es erst einmal darum, Mißstände zu beseitigen. Es ist bisweilen verblüffend, wie sinnvolle lebenspraktische Konzepte, auf die man dabei heute kommen kann, den Konzepten gleichen, die es etwa auch in der frühen Kirche gab, z.B. die (Kinder-)Taufe (natürlich wie sie hier gesehen wird). Und von daher können wir dann zu zutiefst menschlichen Grenzerfahrungen gelangen, die es nur im echten Eingottglauben geben kann. Seien wir uns bewußt: In Vielgöttereien sind die Menschen für Gott bzw. die Götter da, Kennzeichen eines wirklichen Monotheismus ist, daß Gott für den Menschen da ist!

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)