Für harte Frauen – oder die es werden wollen.

Wir lesen bisweilen von weiblichen  Soldaten, die auch in die Kampfeinheiten wollen, sie wollen einfach „etwas Härteres“ machen. Und es soll auch sonst soll es ja genügend Mädchen geben, die hart sein möchten, die sich nicht unterkriegen lassen wollen, die keine Cinderellas sein wollen, die den üblichen Klamottenfetischismus hassen – die eben „anders“ sein wollen als das, was man (oder eben „frau“) allgemein so ist oder zu sein hat. Und diese Mädchen haben auch alles gut im Griff, alles läuft programmgemäß – bis eines Tages die Gefühle zu einem Mann kommen... Das wäre ja auch gar nichts Schlimmes, wenn der betreffende Mensch wirklich in Ordnung wäre. Doch gerade bei den Mädchen, die „wirklich alles richtig machen wollen“, klappt das oft nicht. „Hinterher“ erst merken sie, was sie da für einem „Weichei“ oder „Warmduscher“ aufgesessen sind. Mußte es gerade „so einer“ sein? Irgendwie sind dann alle Planungen mehr oder wenig über den Haufen geworfen...

Was lief da nur falsch? Kann man nichts machen? Ist das nun einmal der Gang des Lebens?

Mitnichten! Irgendwo haben wir uns in jedem Fall falsch gegen die Natur verhalten, allerdings nicht in der betreffenden Situation, wir waren schon lange vorher etwas nicht richtig angegangen. (Es ist wie bei einem Hochwasser, das irgendwann gewiß kommt; das Problem ist allerdings nicht dieses Hochwasser, sondern die Versäumnisse längst vorher!) Auf keinen Fall hatten wir ein Konzept Partnerschaft im Kopf, sondern letztlich ein Konzept Traumprinz - und das mußte einfach schief gehen!

Und wie geht es richtig? 

Allein mit gutem Willen ist da nichts zu machen, denn eines ist klar: Die Gefühle sind, wenn sie erst einmal richtig kommen, immer stärker.

Doch es gibt ein Rezept: Wissenskraft statt Willenskraft!

Überlegen wir einmal, wie es kommt, was eigentlich passiert, wenn so etwas „schief“ läuft. Es ist doch immer so: Gerade derjenige, der alles richtig machen will, will im Grunde auch eine vernünftige Moral, der empfindet schon jede
Unschicklichkeit und erst recht jedes übliche „Herumgemache“ als eher unästhetisch und Zeitverschwendung. Daher Härte, keine Kompromisse, nur keinen Idioten (allerdings: woran erkennt man den eigentlich?) an sich heranlassen. Eben ganz bewusst moralisch. Nur sein Pech ist: Bei seiner Gutwilligkeit fehlt das richtige Konzept und so verwechselt derjenige mit der total engen Moral eigentlich immer echte Moral mit Scheinmoral. Das heißt, er meint, dass etwas Moral ist, was in Wirklichkeit gar keine ist, und übersieht daher das, wo die wirklichen Probleme liegen. Die Folgen sind die bekannten.

Und wie kann nun ein Konzept aussehen, das sowohl von der Vernunft wie von der Natur her stimmt?

  1. Echte Moral darf nicht mit „Scheinmoral“ verwechselt werden - denn eine Scheinmoral ist ein absolut untaugliches Mittel, wenn es um Partnerschaft geht! Die Scheinmoral ist immer ein typisches Abfallprodukt von (nicht gelungener) wirklicher Moral! Ein Indiz für die typische Scheinmoral ist die (Sexual-)Scham, aus der heraus man bestimmte Körperteile verhüllt. (So sieht das im übrigen auch die Bibel: Erinnern wir uns, dass sich das sündige Pärchen in der Adam-und-Eva-Erzählung nach ihrer sündigen Tat verhüllen mussten, die Scham war eben das „Abfallprodukt“ von dem, was sie da falsch gemacht hatten!) Wirkliche Moral dagegen hat etwa mit Denken zu tun und ist daher mit Durchblick verbunden, aus dem sich wiederum eine Immunität gegen solche Scheinmoral ergibt. Auf die Praxis übertragen heißt das, dass man sich für seinen Umgang Leute sucht, durchaus auch vom anderen Geschlecht, mit denen man bewusst den Durchblick steigert und dabei durchaus auch gegen den Schwachsinn verstößt.

  2. Im Zusammenhang mit einer großen Zuneigung (ob Verliebtheit oder Liebe, das soll jetzt einmal egal sein), verwandeln sich Ekel- und Schamgefühle ziemlich automatisch in besondere Anziehung und Faszination. Wer also glaubt, dass die Ekel- und Schamgefühle, die er im nüchternen Zustand hat, ein besonderes Kennzeichen von Moral sind, wird sich „bei Gelegenheit“ wundern...

  3. Scham war noch nie ein Zeichen von wirklicher (auf Partnerschaft ausgerichteter) Moral, sondern von typischem Besitzdenken: Die Frau hat Eigentum des Mannes zu sein, seinen Besitz zeigt man eben keinem anderen, verhüllt ihn. Ob sie selbst auf ihre Kosten als Mensch kommt, bleibt gleichgültig... O.K, wer „Besitztum“ sein möchte, soll es sein, aber er (oder eben „sie“) soll sich wenigstens dessen bewusst sein.

  4. Wir sollten bedenken, dass die typische menschliche Veranlagung zu Liebe und Partnerschaft zu einem einzigen Menschen sich in der Evolution gebildet haben, als der Menschen nackt war. Sie funktionieren also vermutlich auch nur „in diesem Zustand“ – oder wenn zumindest bei Gelegenheit dieser Zustand keine Probleme bereitet. Die Gewöhnung an die Nacktheit verhindert, dass bestimmte körperliche Reize einen Stellenwert bekommen, der ihnen gar nicht zusteht. Eine grundsätzliche Abneigung gegen die Nacktheit – auch und gerade gegenüber unbekannten Menschen – ist vermutlich gegen die Natur und verdrängt nur unser Ausgerichtetsein auf Partnerschaft und Gefährte-Sein...

  5. Und das medizinische Argument: Wir Menschen sind als zwar hoch entwickelte, nichtsdestotrotz keinesfalls außergewöhnliche Geschöpfe der Natur nun einmal weitgehend hormongesteuert. Diese Hormone (oder auch „Endorphine“) sind nun grundsätzlich im Organismus vorhanden oder werden vom ihm gebildet, je nachdem wie sie gebraucht werden. Sie sind in ihrem chemischen Aufbau und in ihrer Wirkung wie Drogen. Das heißt: Wenn uns etwas erst einmal gefällt, dann werden wir irgendwann sogar süchtig danach, wir sehnen und nach einer Wiederholung. Interessanterweise „funktioniert“ diese Sehnsucht auch bei Dingen, die uns zunächst einmal nicht gefallen und sogar Stress bringen: Da gibt es dann eben die „Anti-Streß-Hormone“.

In der Praxis heißt das: Wenn uns etwas die Freiheit der unschuldigen Nacktheit erst einmal gefällt, dann werden wir sie anstreben – und wir werden sie so sehr anstreben, dass wir sie auch erst einmal mit einem sympathischen Partner erleben wollen – und auch nicht mehr. Denn die Erfahrungen der Unbefangenheit produzieren auch völlig andere Hormone als die, bei denen etwa eine Befriedigung geschieht, man kann sie auch Enthaltsamkeits-Hormone nennen. Dieser Effekt bietet dann die Möglichkeit für eine wichtige Menschenkenntnis-Erfahrung: Funktioniert das auch mit einem bestimmten Partner, ist bei ihm eine - durchaus „platonische“ - Steigerung möglich, gibt es dabei das Gefühl des Beschütztseins oder soll gleich „alles“ passieren? Und jetzt können wir - wenn nichts stimmt – immer noch zurückstecken: Unser Organismus verlangt schließlich nur nach dem, was er „in dem betreffenden Bereich des Lebens“ bereits kennt, wir werden also nicht mehr von irgendwelchen völlig unbekannten Gefühlen überrumpelt (siehe Überrumplung), wir können uns in Kontrolle halten.

Natürlich, wenn sich jemand da weigert, dann ist das dieselbe Geschichte wie bei dem Arzt, der eine Medizin verschrieben hat, die der Patient jedoch nicht nimmt. Da kann der Arzt auch nichts machen. Doch es sollte sich dann keiner beklagen, dass eine Gesundung nicht möglich sei.

Ob die „typisch weibliche Seele“ bei solcher Härte und gleichzeitiger Offenheit verloren geht? Dieses Argument ist entweder lächerlich oder böswillig. Denn die weibliche Seele geht wohl eher verloren wegen der Frustrationen mit den typischen Idioten, aber nicht, wenn eine Frau pfiffig ist und Wege weiß, diese Idioten „auszusieben“! Wer in diesem Zusammenhang das Argument von dem Verlust der weiblichen Seele bringt, der ist schon sowieso verdächtig, dass es ihm gar nicht um die wirkliche weibliche Seele geht, sondern nur um irgendeinen eigenen Vorteil!

Und wenn die anderen lachen, wenn wir solche Einstellungen vertreten? Nur keine Angst, das ist alles nur Neid, dass andere so cool sind, und sie es selbst nicht können....

Und warum sagt unsere Religion das nicht so?

Alle Religionen sind leider nun einmal auch immer typische Männergesellschaften, die gar kein Interesse an wirklicher weiblicher Seele haben. Denen geht es allenfalls um Gott (hinter dem sich allerdings längst ein Götze verbirgt), und Frauen sind dabei allenfalls „Mittel zum Zweck“ oder gar hinderlich. Ausnahmen sind hier zumindest bei näherem Hinsehen die Verfasser der Schöpfungs- und der Adam-und-Eva-Geschichte (vermutlich waren das ohnehin Frauen) und vor allem Jesus. Überhaupt muß Jesus unter allen Männern wohl die große Ausnahme gewesen sein, dem ging es wirklich um die Frau. Doch konnte auch er nicht verhindern, dass sich die „normalen“ Männer, die bekehrten und unbekehrten Homosexuellen und die frauenfrustrierten Jammerlappen mit ihren kurzsichtigen eigenen Interessen recht bald wieder durchsetzten und seine Lehre in ihrer Richtung umfunktionierten.

Daher auch: Männer (natürlich nicht alle!) haben einerseits kein Interesse an einer Änderung und außerdem gibt es da ein mathematisches Problem, wenn man bei Männern ansetzt: Alle wird man sowieso nicht erreichen, einen geringen Prozentsatz an wirklichen Idioten wird es immer geben – und die bringen dann alles durcheinander so wie dieser Telly in dem Film Kids („zwei Jungfrauen an einem Tag...“ - siehe Don Juan). Da ist es schon effektiver, wenn sich die Mädchen nach den Gesetzen von Tätern und Opfern selbst um ihre Ideale kümmern – und die Männer werden sich schon darauf einstellen (müssen).

Nur man (oder eben „frau“) muß sich eben selbst kümmern!

Den geeigneten Durchblick dafür gibt es bei www.basisreligion.de!

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)