Legebatteriehennensyndrom (BASISLEXIKON: kompetent-kritisch-konstruktiv)

LEGEBATTERIEHENNENSYNDROM

Als es vor ein paar Jahren diese Legebatterien noch gab, versuchte man schon mal, die Hühner zu befreien und die Türchen der Käfige zu öffnen und die Tierchen hinauszuscheuchen. Und was taten die, als sie in der Freiheit waren? Sie versuchten, wieder in ihre Käfige zurückzufliegen. So geht es eben auch uns Menschen, wir leben nun einmal nicht in freier Wildbahn und noch nicht einmal wie auf einem relativ freien Hühnerhof, sondern sogar in irgendwelchen Käfigen unserer Zivilisation. Dafür ist unser Menschsein, oder anders gesagt, sind unsere Seelen, von der Natur jedoch nicht gebaut. Und so stellen sich alle möglichen und unmöglichen Krankheiten ein. Die Symptome dieser Krankheiten sind etwa:

  • Verwirrung, was echte Moral ist und was Scheinmoral ist

  • Sucht nach sexueller Betätigung ohne feste Partnerschaften

  • Partnerschaften, die nicht gelingen und zerbrechen

  • Schwangerschaftsabbrüche, Kindesmissbrauch

  • alle möglichen Abnormalitäten wie Prostitution, Homosexualität, Pädophilie, sexuelle Perversitäten

In freier Natur (oder eben im „Paradies der Seele“) gäbe es das alles nicht.

Die Intention dieses Heftes ist nun, dass wir diejenigen Informationen bekommen, die Ursache der Krankheit zu erkennen und die Krankheit soweit als möglich zu überwinden.

Das Stichwort ist in Bearbeitung ( März 2014). Hier mehr aus dem früheren Stichwort:

Beim Streit darüber, ob die Haltung von Hühnern in Legebatterien als Tierquälerei angesehen werden kann, kommt bisweilen auch eine Beobachtung zur Sprache: Wenn man die Türen der Legebatteriekäfige öffnet und die Tiere aus ihren Käfigen scheucht, dann scheinen sie das gar nicht zu mögen. Sobald sie können, fliegen sie wieder in ihre Käfige zurück - weil sie sich offensichtlich dort am wohlsten fühlen. Der Legebatterieverteidiger würde sagen: "Na sehen Sie, die Hühner sind nun einmal so, man kann sie erziehen, wie man will, und dann fühlen sie sich auch wohl!" Doch der Tierschützer sagt: "Die Tiere haben es einfach verlernt, in der freien Natur zurecht zu kommen, in Wirklichkeit würden sie die freie Natur viel mehr lieben, und dass sie in ihre Käfige zurückfliegen, zeigt nur, dass sie krank sind. Das merkt man etwa daran, dass ihr Fleisch und ihre Eier im Endeffekt gar nicht gesund für uns sind". Oder etwas anders: "Infolge nicht artgerechter Haltung leiden die Tiere offensichtlich an einem Legebatteriesyndrom."

Und dieses Syndrom kann man auch bei uns Menschen finden. Und noch schlimmer, wir verwachsen offenbar auch geradezu mit unserem Käfig! Und wenn dieses Verwachsen mit unserem Körper geschieht, so doch ganz gewiss auch mit unserer Seele! Und irgendwann können wir nicht mehr feststellen, was eigentlich zu unserem Menschsein gehört und was nicht! Wenn ich so an alle die denke, die etwa die Scham, also sich zu bedecken, für einen unverzichtbaren Teil ihres Menschseins halten, die geradezu in Panik geraten, wenn sie diese Scham überwinden sollen, doch die dafür allerdings die Fähigkeit verloren haben, sachgerecht und offen und angstfrei mit den Dingen dieser Welt umzugehen, also auch eine sinnvolle und brauchbare Moral zu leben... Was da nicht alles verkümmert...

Ich zitiere hier einen Beitrag in der WELT vom 12. 3. 2008:

Frau an Klobrille festgewachsen.

Eine 35-jährige Frau hat in den USA zwei Jahre auf der Toilette verbracht. In dieser Zeit ist ihre Haut mit der Klobrille verwachsen. Polizisten mussten den Toilettensitz abschrauben, bevor sie die 35-Jährige ins Krankenhaus bringen konnten. Laut dem Freund der Frau sei die Beziehung aber normal weiter gelaufen.

Zwei Jahre lang hat eine 35-jährige Frau im US-Staat Kansas nach Polizeiangaben auf einer Toilette im Badezimmer ihres Freundes gesessen – und war letztendlich mit dem Sitz verwachsen. Sie habe unter einer Phobie gelitten und das Bad deswegen nicht mehr verlassen wollen, erklärte ihr Freund in einem Telefoninterview. Beide hätten weiterhin eine ganz normale Beziehung geführt, die sich eben im Badezimmer abgespielt habe.

Polizisten schraubten den Sitz ab und brachten die Frau in eine Klinik, wo sie operativ von dem Sitz getrennt wurde. "Sie war nicht angeklebt, sie war nicht gefesselt“, sagte der Polizist Bryan Whipple. Offenbar sei die Haut der Frau um den Sitz herum gewachsen. "Es ist kaum vorstellbar“, fügte der Beamte hinzu. "Ich habe immer noch Schwierigkeiten, mir das vorzustellen.“

Die Polizei wurde am 27. Februar von dem Freund der Frau angerufen. Er habe gesagt, "dass irgendetwas mit seiner Freundin nicht stimmt“, teilte Whipple mit. Der Freund habe sie mit Nahrung und Wasser versorgt und sie jeden Tag gefragt, ob sie nicht aus dem Bad kommen wolle. "Ihre Antwort sei gewesen: ’Vielleicht morgen’.“ Das Haus in Ness City hat ein zweites Badezimmer, das daraufhin von dem Freund benutzt wurde.

"Ich hätte früher Hilfe holen sollen"

Der 36-Jährige erklärte, seine Freundin habe sich jeden Tag etwas länger im Badezimmer aufgehalten. Irgendwann habe sie sich entschieden, den Raum nicht mehr zu verlassen – "als ob es ein sicherer Ort für sie war". Ende Februar habe seine Freundin allerdings gewirkt, als ob sie nicht ganz bei sich wäre, und er entschied sich, die Polizei zu rufen. "Ich hätte früher Hilfe für sie holen sollen, das gebe ich zu. Aber nach einer Weile gewöhnt man sich irgendwie daran", sagte er über das eigenartige Verhalten seiner Freundin, mit der er seit 16 Jahren zusammen ist.

Ein Nachbar berichtete, die Frau habe eine schwere Kindheit gehabt. Ihre Mutter sei früh gestorben, und sie sei daraufhin offenbar die meiste Zeit im Haus festgehalten worden. Ihrem Freund zufolge wurde sie geschlagen.

Kein Gefühl mehr in den Beinen

Die Polizei fand die Frau mit heruntergelassener Hose auf dem Toilettensitz. "Sie sagte, dass sie keine Hilfe brauche, dass es ihr gut gehe, und dass sie nicht weggehen wolle“, erklärte Whipple. Schließlich konnte sie aber überzeugt werden, in die 240 Kilometer entfernte Klinik nach Wichita gefahren zu werden.

Nach Angaben ihres Freundes war sie sich gar nicht bewusst, dass sie mittlerweile gar kein Gefühl mehr in ihren Beinen hatte. Eine Infektion habe ihre Nerven geschädigt, und möglicherweise werde sie in Zukunft im Rollstuhl sitzen. Er wolle sich nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus weiterhin um sie kümmern. Die Behörden prüfen unterdessen, ob ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann eingeleitet wird. (AP/WAL/PAWO).

Siehe auch einen weiteren Beitrag in der WELT vom 20.3.2008

Ja, die Befreiung des Menschen ist schon eine schwierige Sache - so wie bei den Legebatteriehennen. In freier Wildbahn ist alles eben etwas rauer und man muss schon wissen, was man will und wie man damit umgeht. Doch der Lohn ist mit Sicherheit groß: Etwa echte Partnerschaften, Ehen, die auch halten, keine Dekadenzerscheinungen wie Pädophilie, Pornografie und Prostitution...

Es gibt da eine wunderschöne Parabel. (Ich habe sie in verkürzter Form unter http://www.satsang-dieter-rieck.de/1.html gefunden und versucht, sie wieder so zu ergänzen, wie ich sie einmal gehört hatte, denn die Kürzungen gefielen mir nicht.) Leider habe ich den möglichen Rechteinhaber dieser Parabel nicht gefunden, ich hoffe, wenn es ihn gibt, wir werden uns einig. Ich bitte ihn jedenfalls, zu bedenken, dass die Parabel einfach gut ist und dass sie interessierten Lesern nicht vorenthalten werden sollte, und also bitte nicht gleich zum Anwalt zu laufen! Wenn es denn sein muss, nehme ich die Parabel sofort wieder aus dem Internet!

Die Parabel vom Adler auf dem Hühnerhof

Einst fand ein Bauer bei einem Spaziergang durch den Wald ein Adlerei. Er nahm es mit nach Hause und legte es zu den Eiern einer brütenden Henne. Als die Brutzeit vorüber war, schlüpfte der kleine Adler gleichzeitig mit den Küken aus. Weder er noch die Henne waren sich ihrer unterschiedlichen Gattung bewusst, und so wuchs der Adler zusammen mit den Küken im Hühnerhof auf. Die Henne lehrte ihn liebevoll, was ein Huhn zu wissen und wie es sich zu verhalten hat. Sie lehrte ihn, wie man in der Erde nach Würmern und Insekten scharrt und wie man das Hühnerfutter vom Bauer aufpickt. Sie brachte ihm bei, wie man gluckert und gackert. Sie lehrte ihn auch, dass Hühner nicht fliegen können und dass sie ihre Flügel nur dazu benutzen können, um bei auftauchender Gefahr schnell wegzurennen.

Als letztes kam noch der Hahn auf ihn zu, schaute ihm tief in die Augen und sagte mit ernster Stimme: „Wir Hühner haben hier ein schönes und sorgloses Leben. Der Bauer sorgt gut für uns und gibt uns ausreichend Futter. Es gibt jedoch eine große Gefahr – und die kommt aus der Luft. Es gibt nämlich in dieser Gegend mächtige Vögel, die sich aus großer Höhe lautlos auf uns runterstürzen und versuchen, uns zu packen und mitzunehmen. Wir nennen sie Adler. Sei auf der Hut vor ihnen."
 
Eines Tages kam ein Ornithologe des Weges und fragte den Bauer verwundert, warum er einen Adler, den König aller Vögel, zu einem Leben auf dem Hühnerhof zwinge. Der Bauer erzählte ihm die ganze Geschichte und betonte, dass der Adler freiwillig bei den Hühnern bleibe, weil er sich vollständig mit ihnen identifiziert habe. Der Bauer willigte jedoch sofort ein, als ihn der Ornithologe fragte, ob er versuchen dürfe, den Adler zu seinem wahren Wesen zu erwecken. Als erstes nahm er den Adler in die Arme, hob ihn in die Höhe und sagte zu ihm: "Du bist ein Adler. Du kannst fliegen. Breite deine Flügel aus und fliege!“ Doch der kleine Adler war nur verwirrt, und als er sah, wie die Hühner Körner pickten, sprang er hinab, um wieder zu ihnen zu gehören. Da sagte der Bauer zu dem Ornithologen: "Siehst du, er will zu den Hühnern, ich habe ihn als Huhn erzogen und jetzt ist er ein Huhn." Doch der Ornithologe erbat sich noch eine Chance und der Bauer gab sie ihm. Unverzagt nahm der Ornithologe den Adler mit auf das Dach des Hauses und drängte ihn wieder: „Du bist ein Adler. Breite deine Flügel aus und fliege!“  Doch der Adler fürchtete sich vor der großen Höhe und davor, runter zu fallen. Und wieder triumphierte der Bauer: "Ich habe ihn als Huhn erzogen und jetzt ist er ein Huhn!" Doch der Ornithologe erbat sich noch eine Chance und der Bauer gewährte sie ihm.

Am dritten Tag machte sich der Ornithologe früh auf und nahm den Adler mit auf einen hohen Berg. Dort hielt er den Adler in die Luft und ermunterte ihn, wieder zu fliegen. Der Adler zögerte noch immer. Da kam es, dass, wie aus dem Nichts, gleich mehrere Adler hoch oben am Himmel auftauchten und dabei viele Schreie ausstießen. Diese Schreie gingen dem kleinen Adler durch und durch, und einer ging ihm mitten ins Herz. Plötzlich wurde in ihm eine tiefe Erinnerung wachgerufen, und sie gab ihm den Mut, seine Schwingen auszubreiten und von den Armen des Ornithologen runter zu springen. Tränen der Freude kamen ihm, als er feststellte, dass er sich tatsächlich kraft seiner Flügel in der Luft halten konnte. Schon nach kurzer Zeit hatte er gar sein ganzes Flugrepertoire reaktiviert und war damit in der Lage, zu den anderen Adlern hochzusteigen, die ihn herzlich willkommen hießen – und zusammen entschwanden sie am blauen Horizont.

 
Ob es auch so eine Chance für das Menschsein gibt? Warum eigentlich nicht?
 
Siehe auch das Problem der artgerechten Haltung von Menschen unter Pferdeflüsterer und Omnisophie. Und natürlich auch unter Manipulation und Fundamentalismus, warum die Menschen aus lauter Angst vor der Freiheit den abstrusesten religiösen Systemen und Spekulationen nachlaufen.

Dasselbe Problem, etwas anders, siehe unter Verhausschweinung.

Der Verfasser dieser Website ist im Übrigen der Auffassung, dass gearde die Pädophilie eine Folge des Legebatteriehennensyndroms beziehungsweise der Verhausschweinung des Menschen ist.

Und wo ist die konkrete Anwendung?

Dazu aus dem Mailwechsel mit einer Schülerin (April 2011):
 

Die Schülerin: "Man sollte generell, nicht nur, was Nacktheit betrifft, das tun, was man für gut und richtig hält. Der Mensch hat sowieso keine eigene Meinung; das, was du grade schreibst, gibt es auch schon seit Jahrhunderten, ebenso das, was ich schreibe."

"Und nackt kuscheln ist sehr bedeutungslos. Meistens. Manchmal ist sogar simples Kuscheln bedeutsamer, man kann also nicht nackt kuscheln als Deus ex machina bezeichnen; das wäre ebenso fatal wie Abstinenz oder möglichst große sexuelle Erfahrung dafür zu halten. Es gibt Leute, mit denen man eine Menge gemacht hat, und sie sind einem nachher egal, und es gibt Leute, mit denen man fast nichts macht und es brennt sich in's Gedächtnis ein. Dafür braucht man kein Nacktkuscheln. Man kann es sicher machen, aber es ist nicht nötig. Jedenfalls weiß man nachm Sex meistens, ob man auf die Fresse gefallen ist oder nicht, denke ich. Das meinte ich mit der "Menschenkenntnis"."

Darauf habe ich der jungen Dame geantwortet:

"Oh nein, ich sehe das völlig anders, man darf nicht nur tun, wonach einem ist! Denn wenn man immer nur so vorgeht, dann kommt man von dem Sch..., der einem mal beigebracht wurde, nie mehr los! Das ist es ja, gerade der Sch... wurde einem so raffiniert beigebracht, dass er an einem schließlich klebt wie Pech und Schwefel, ja dass man ihn am Schluss geradezu auch noch liebt! Nein, man muss nachdenken - und wenn man feststellt, dass man gegen sein Menschsein manipuliert wurde, dann muss man sich befreien - und wenn es weh tut. Deswegen bin ich auch einmal während meines Studiums in Innsbruck über die Pfingsttage nach Jugoslawien gefahren, wo ich vermutete, dass es einen FKK gab, mit Büchern im Gepäck für eine Seminararbeit und mit Schmierpapier - einfach, um eine notwendige Arbeit zu machen und dabei im Nebeneffekt auch noch von diesen andressierten Verklemmungsfetzen frei zu werden nach dem Motto: "Das kann doch nicht sein, dass ich meine Fesseln auch noch liebe!" Und ich meine, ich hätte nicht nur die Arbeit mit "gut" geschafft sondern auch das andere, einfach Mensch sein zu können, auch und gerade ohne diese Verklemmungsfetzen, mehr nicht und nichts mehr dabei zu finden, dass andere auch so sind. Das einzige Problem ist, dass die Menschen, die ihre Fesseln oder gar Ketten kultivieren (im Extremfall etwa mit einer Bademodenschau!), mich jetzt nicht mehr verstehen...

Und ich sehe hier schon einen Zusammenhang mit dem "auf die Fresse fallen". Denn wer nicht freiwillig seine Ketten ablegt in einer für ihn allgemeinverträglichen oder auch förderlichen Weise, na, der wird sie eben irgendwann so satt, dass er sie in für ihn eben nicht mehr förderlicher Weise über Bord wirft - und dabei eben "auf die Fresse fällt". Ob jemand diese Befreiung nun mit Kuscheln oder mit Nacktimregenspazierengehen oder mit Amnacktstrandeineseminararbeitschreiben macht, ist egal, Hauptsache, er macht es! Ich würde erst einmal durchaus die beiden letzten Dinge empfehlen - und wenn man sich dabei wohl fühlt, wenn das für einen selbstverständlich ist, dann kann dann auch das Kuscheln kommen! Denn man sollte dafür und erst recht für den Sex schon erst mal ein freier Mensch sein, der sein Legebatteriehennensyndrom auf alle Fälle im Großen und Ganzen überwunden hat!

Na, und wenn es das seit Jahrhunderten so gibt, was ich schreibe, dann wundert´s mich, warum ich sonst davon nichts höre. Dann ist es auf alle Fälle doch Zeit, dass wir damit anfangen!

Vielleicht wird das Problem Legebatteriehennensyndrom ja sonst anders ausgedrückt, nur mir ist eine andere Ausdrucksweise nicht bekannt. Vielleicht hilft mir ja mal jemand auf die Sprünge?