Für ein Christentum der Ethik!

Die (nichtchristlichen) Eltern einer Schülerin sagten mir einmal, dass sie ja nichts gegen die Zehn Gebote hätten, die seien ja ganz in Ordnung, doch müsse denn damit immer all dieses irrationale Übersinnliche (siehe Übersinnliches) verknüpft sein? Und dieses Gespräch war dann endgültig für mich der Impuls, mich gegen eine Religion des Übersinnlichen und für eine Religion der Ethik zu entscheiden. Manche Gläubige (ob sie tatsächlich Christen sind, bezweifle ich....) meinen, eine echte Ethik für eine bessere Welt sei nur möglich, wenn erst einmal alle Glaubenswahrheiten akzeptiert würden – und seien sie noch so unwahrscheinlich. Das sei eben Glaube – und der sei die Vorbedingung für alles Gute. Und da ich dieses Annehmen von Unwahrscheinlichkeiten partout nicht mitmachen will, halten sie mich für einen „ungläubigen Religionslehrer“.

Ich dagegen glaube, dass für eine bessere Welt und für eine geeignete Ethik wir auf soviel Vernunft wie möglich angewiesen sind und dass alles irrationales Denken letztlich nur hinderlich ist für ein angemessenes und effektives Engagement. Siehe das Problem des sacrificium intellectus!

Die Sehnsucht der Menschen nach echter Vernunft

Und je mehr ich mich in unserer christlich-jüdischen Religion umschaue, desto mehr meine ich zu erkennen, dass sehr oft hinter irgendeiner scheinbaren Irrationalität sich doch der Wunsch nach „höherer Vernunft“ verbirgt. Es ist wie bei dem Problem „Parapsychologie-Psychologie“: Da wird in „parapsychischer Sprache“ wird Psychisches ausgedrückt, und hier wird in „parapsychischer Sprache“ die Abwehr von etwas ausgedrückt, was nicht nur gerade „böse“ ist, sondern was nur zu oft schlicht und einfach kriminell ist. So bedeutet „heiliger Geist“ ursprünglich wohl kaum eine dritte göttliche Person. Ich habe mich entschieden, dass es sich um das Ziel einer besseren, eben einer „heiligen“ Vernunft dreht, mit der man „solche Tatbestände“ erkennt! So überkam in der Susannageschichte diesen Daniel „heiliger Geist“, das heißt, dieser Daniel hatte den rechten Durchblick, er merkte, was los war und fand Wege, das Gute durchzusetzen!

Dieser „Durchblick“ muß wohl nun gerade „diesen Jesus“ ausgezeichnet haben, wenn er vermutlich das Böse ganz konkret entlarvte und geißelte, als da sind Kindesmißbrauch, Vergewaltigung, Frauenhandel,