PLACEBO (Basislexikon: kompetent-kritisch-konstruktiv)

PLACEBO [lateinisch] das (Scheinmedikament, Leermedikament), einem Arzneimittel nur rein äußerlich nachgebildetes Präparat, das jedoch keine Wirkstoffe enthält. Durch Anwendung von Placebos kann die subjektiv-psychische von der objektiv-pharmakologischen Wirkung eines Arzneimittels unterschieden werden.

Und obwohl die Präparate nur so aussehen wie die wirklichen Medikamente und jedoch in Wirklichkeit etwa aus mit farbigem Zuckerguß überzogenen Mehlklümpchen bestehen, wirken Sie sehr oft genauso wie diese Medikamente!

Vor allem meine Schülerinnen, jedoch auch Ärzte berichteten mir, daß ein verblüffend großer Teil der Patienten mit derlei Scheinmedikamenten vollauf zufrieden sei - sie dürfen es nur nicht wissen!

Die Frage stellt sich natürlich, inwieweit Gott auch so ein "Scheinmedikament" ist: Gibt es ihn wirklich oder wirkt er nur, bloß weil wir fest an ihn glauben?

Das Konzept basisreligion berücksichtigt dieses Problem. Und so wird hier kein "Dienst" gegenüber einem Gott verlangt, der nicht auch ohne Gott einen Sinn hätte, daher vor allem die ethisch-rationale Interpretation der Bibel! Wenn wir uns an die Zehn Gebote halten, wenn wir die Liebe erleben und weiter geben, wenn wir damit das Reich Gottes verwirklichen, dann können wir gar nichts falsch machen! Wenn es Gott gibt, kann ihm das nur recht sein, und wenn es ihn nicht gibt, dann hatte unser Tun auch so seinen Sinn!

In diesem Zusammenhang wird auch das Gebet gesehen, die Placebo-Überlegungen helfen uns, daß es - wie auch der ganze Glaube -  nicht abergläubisch wird!

Einen Beitrag, daß die "Heilkraft von wirkstoffloser Arznei ist erlernbar" ist, also darüber, daß der Effekt von Scheinpräparaten durch Prägung gesteigert wird - Placebo-Effekt als Therapiekonzept finden Sie in der WELT vom 29. 09. 2003. Vollständige Url des Artikels: http://www.welt.de/data/2003/09/29/175090.html.

Und einen weiteren Beitrag in der WELT (vom 20. 02.2004), in dem von wissenschaftlichen Forschungen über die Effekte von "Scheinmedikamenten" auf die Schmerzwahrnehmung berichtet wird, finden Sie unter
  http://www.welt.de/data/2004/02/20/240326.html: Forscher entdecken den mentalen Placebo-Effekt.

Eine weitere Meldung der WELT vom Mittwoch, 24. August 2005, unter der Url: http://www.welt.de/data/2005/08/24/764482.html
"Placebos wirken" beschreibet, daß Placebos tatsächlich wirken, weil durch sie eigenerzeugte Hormone gebildet werden, siehe auch Hormone:

Auch Scheinmedikamente (Placebos) regen im Gehirn die Ausschüttung von körpereigenen Schmerzmitteln an, der sogenannte Placebo-Effekt ist also nicht eingebildet....Die PET-Bilder der Placebo-Gruppe zeigten, daß in ihrem Gehirn Endorphine ausgeschüttet wurden, die den Schmerz dämpfen. Die Studie erscheint nun in der Fachzeitschrift "The Journal of Neuroscience".

(Wörterbuch von basisreligion)