IMMANUEL KANT (Basislexikon: kompetent-kritisch-konstruktiv)

IMMANUEL KANT

in der WELT vom 26. 10. 2025 war ein Beitrag von Wolfram Weimer „Mehr Kant wagen“. Ja, das sollten wir! Doch so wie der Artikel ist, wäre er eher ein Vorwort zu einem eigent­li­chen Konzept: Was bedeutet das für die Praxis, was sollen wir nun machen?

Ich möchte hier auf sein wohl - wie manche meinen - bedeutendstes Buch kommen: „Die Religion innerhalb den Grenzen der bloßen Ver­nunft“. Kant unterscheidet hier Religion nach „Afterdienst“ und „Reli­gion als Konzept für Moral“, so jedenfalls in meinen Worten. Unter Afterdienst versteht Kant nun den typi­schen religiösen Kult, also Gottesglaube, Got­tesdienste, Gebete, Wallfahrten, Pilgerunter­nehmun­gen. Und „Konzept für Moral“ ist eben, dass Menschen moralisch leben.

Die Kirchen meinen nun, dass der Kult zur Moral führt, denn Menschen, die die an Gott glauben und die religiösen Riten praktizieren, werden automatisch moralisch. Doch das ist wohl ein schöner Traum, der nicht oft der Realität entspricht. Ich erinnere mich etwa an die wunderschönen Kirchen in Poto­si /Bolivien, in die die gottesgläubigen Spanier gingen – während sich etwas höher am Berg in den Silberminen im Laufe der Zeit um die 8 Millio­nen afrikanische und indianische Sklaven unter un­mensch­lichen Bedingungen zu Tode schufte­ten – Pferde lebten dort etwa 7 Monate, Men­schen, zumindest die Afrikaner, wer­den wohl nicht länger gelebt haben. Und das ist nur ein Beispiel! Wohl ziemlich alle Far­mer in den USA, die mit Sklaven arbei­teten, waren fromme Bibelgläubige.

Offensichtlich hat das eine mit dem anderen nichts zu tun, Gottesglaube und Frömmigkeit führen nicht automatisch zur Moral! (Natürlich führt bei manchen Menschen Gottesglaube und Frömmigkeit durchaus zur Moral, das will ich gar nicht anzweifeln - ich denke etwa an William Wilberforce und an die Quäker, die sich gegen die Sklaverei engagierten – aber einen Automatismus gibt es hier gewiss nicht.)

Jedenfalls gibt es keinen Gott, den wir mit den Riten, mit denen wir ihn verehren, beein­dru­cken können, dass er etwa die Probleme mit dem Bösen für uns löst. Und wenn wir die lö­sen wollen, dann können wir allenfalls bitten, dass er uns die Ideen gibt, wie wir das ma­chen können. Doch wir sind es, die denken und handeln müssen: Gott hat keine Hände – au­ßer unseren! Wenn wir den Ideen von Immanuel Kant nichts in der Praxis folgen lassen, dann ver­puffen die im Nichts! Schöne Worte, aber mehr nichts!

Und wenn jemand meint, das ginge nicht, weil es unsere menschliche Natur ist, dass etwa die Nackt­heit immer dazu führt, auch den Sex zu wollen, dann sollte der Betreffende mal in eine ge­mischte Sauna gehen und es ausprobieren. Er wird feststellen, dass es von der Ein­stellung abhängig ist, ob er „Anwandlungen“ bekommt oder nicht. Allein dass er das deswegen macht, weil er meine Anregung erhalten hat und es jetzt testen will, ob die Scham tatsächlich ein Zivilisationsschaden ist, reicht schon, dass er keinen sexuellen Wunsch mehr hat. Und Kinder können das sowieso, wenn sie wissen, was Scheinmoral und echte Moral ist und wie schön die echte ist – und sie die dann auch wollen. Hier hätte Rous­seau anfan­gen sollen mit seiner Idee, zur Natur zurückzukehren, und nicht so, wie er das gemacht hat! Seine Theo­rie hat nämlich schließlich zu Pol Pot geführt. Und meine Idee der Umset­zung ist dagegen sehr plausibel und und praktikabel kommt auch bei den jungen Leuten an. Ich habe da eine sehr attraktive einer Beilage der WELT (s. S. 10 u.). Und der Hinweis dort führt noch zu einem weiteren Beitrag – direkt in der WELT.

Und wenn ich hier den wirklichen Jesus, so wie ich auf ihn gestoßen bin, mit dem pauli­ni­schen Christus vergleiche, also mit dem Christus, den Paulus erfunden hat, dann kann man daraus auch ein schönes Tafelbild machen (ich sehe mich immer noch als Lehrer):

Kat - Jesus


Ich weiß, ich bin krass – aber ist es denn nicht so?


Ich verweise her auf die  „aktuelle Version“ , in der ich versucht habe, diese Gedanken um­zuset­zen. Eigentlich möchte ich die ja „unters Volk bringen“ – und ohne etwas daran zu verdienen. Denn meine Überzeugung ist, dass Jesus so war, wie ich es geschrieben habe, oder dass ich zumindest sehr nahe dran bin. Und meine Meinung ist, dass man am wirk­li­chen Jesus kein Geld verdienen darf. Ich habe also Zeitungen oder Magazine und Ju­gend­organisationen im Visier, denen ich angeboten habe, ihnen das Heft zu stiften, damit sie es irgendwie unters Volk bringen – etwa mit einem Interview mit mir im redaktionellen Text eines Journals, dem dann das Heft beiliegt. Noch (November 2025) ist alles "unterwegs".


Vielleicht hat ja etwa eine Zeitung oder ein Magazin an einem Immanuel Kant Interesse, der nicht nur ein Bildungsobjekt für Bildungsbürger ist, sondern der in die praktische Päd­agogik umgesetzt werden kann – etwa gegen den zur Zeit eher von Glaubenskritikern oder sogar Glaubensgegnern konzi­pierten Sexualundeunterricht bzw. zu dessen Veredelung. Ob Kant an einen solchen Un­terricht dachte? Ich weiß es nicht – seine Ideen passen jedenfalls sehr gut zu dem darge­stellten Konzept. Und wir müssen ja bedenken, dass die kritische Jesusforschung zu sei­ner Zeit erst anfing (Reimarus, 1694-1768) und über die Sexualität zu reden, war zu­min­dest in bürgerlichen Kreisen gewiss ein absolutes Tabu.
 
(Wörterbuch von basisreligion)