Auf der Suche nach dem wirklichen Jesus

Wer sucht? - Ein Berufsschulreligionslehrer i.R. und Dipl.-Theol. (kath)

www.michael-preuschoff.de

1. Das Neue Testament – ein Machwerk derselben Kreise, die Jesus ans Kreuz gebracht haben?

Unsere Theologen, zumindest die meisten im deutschsprachigen Raum, gleich­gültig ob katholische oder evangelische, sind sich weitestgehend einig, dass das Neue Testament nicht den wirklichen Jesus wieder gibt, sondern den Glauben der Urkirche, denn vom wirk­lichen Jesus wissen wir gar nichts beziehungs­weise zumindest kaum etwas Sicheres.

Und dieser Glaube der Urkirche ist nun einmal ziemlich problematisch, was es da nicht alles gab! Denken wir etwa an die Jungfrauengeburt! Dabei war die da­mals doch gar nichts Besonderes, die Zeugung ei­nes Kindes durch einen Gott gehörte sozusa­gen zum mytho­logi­schen Repertoi­re der Religionen vor 2000 Jahren. Siehe die Zeugung des Zeus mit der Leda und mit der Europa und mit ande­ren irdischen Frauen. Und jetzt also die Zeugung von Je­sus durch eine göttliche Person namens „Heiliger Geist“! 

Doch es ist nicht nur die Geschichte von der Zeugung eines Sohns durch einen Gott. Im­mer mehr ver­breiten sich Erkenntnisse, dass das ganze Neue Testa­ment, und damit auch der Glaube der Urkirche, ein Konstrukt aus Plagiaten anti­ker Götter-Mytholo­gien und auch aus bud­dhistischen Texten ist. Und das klingt auch sehr plausibel. Dass eine typische Göt­ter­geschich­te, etwa die Zeugung ei­nes Sohns durch einen Gott mit einer irdi­schen Frau auch in der Biografie Jesu vorkommt, kann ja Zufall sein. Aber dass so viele wei­tere Göt­terge­schich­ten wie die Auferstehung und die Himmelfahrt, die Krankenheilungen und die Totener­weckungen und so ein Weinwun­der und ein Abendmahl mit Brot und Wein auch zu den Götter­geschichten passen, kann jedoch kein Zufall mehr sein. So viele Zu­fälle kann es nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung einfach nicht  geben – dahinter kann nur ein be­wusstes Konstrukt ste­cken.

Doch wer nun kann ein solches „Jesus-Konstrukt“ „ausgebrütet“ haben? Waren das wirklich Anhänger Jesu, wie einige Theologen vermuten?

Aber denken wir doch einmal nach: Gutmeinende echte Anhänger eines verehr­ten Lehrers und Vorbilds würden das meines Erachtens nie tun, egal in welchem Jahrhundert oder Jahrtausend. Niemand möge damit kommen, dass die Men­schen damals eine andere Mentalität hatten, nach der das damals ging. Nein, wirkliche Anhänger Jesu würden sich allen­falls streiten, welches die wahren Worte ihres Meisters waren und diese dann so gut wie möglich dokumentieren, damit sie den Kindern und Enkeln erhalten bleiben. Und damit läge auch für uns heute der Ursprung der Evangelien nicht so im Dunkeln – wie es doch der Stand der theologischen Wissenschaft ist.

Daher möchte ich hier genau die entgegengesetzte These vertreten: Das Neue Tes­tament ist ein Machwerk der Gegner Jesu.

Damit kombiniere ich mal Ansätze, die ich bei dem dänischen Sanskritfor­scher Christian Lindtner (1949-2020), dem englischen Talmudgelehrten Hyam Macco­by (1924-2004) und dem kirchenkritischen Historiker Karlheinz Deschner (1924-2014) gefunden habe: Das NT ist sozusagen ein „Machwerk“ dersel­ben Kreise, die Jesus ans Kreuz gebracht haben: Nach seinem physischen Tod sollte zumindest jede Erinnerung an sein Enga­gement, wie es wirk­lich war, ausgelöscht werden (damnatio memoriae!). Daher dann die "neue Biografie"!

2. Wer aber kann dieses Werk ausgeführt haben und noch wichtiger: Warum eigent­lich?

Die Quellenlage weist ziemlich eindeutig auf einen Kreis um den Saulus aus Tarsus hin,  der sich bei den Anhängern Jesu nach dem Verfahren des Kanzler­amtsspions Günter Guillaume eingeschleust und sich selbst den Titel eines Apostels verliehen hatte und sich dann - in gespielter Bescheidenheit - "Paulus", also "der Kleine", nannte.

Ich vermute, dass es damals Strukturen gegeben hat, welche man heute als organisiertes Verbrechen bezeichnen würde. Ja ganz recht: eine Art „Mafia“. Es klingt reichlich merk­würdig, unseren modernen Begriff auf antike, und dazu noch jüdische (und vielleicht auch römische und griechische) Verhältnis­se anzuwen­den, aber wenn doch alles danach aus­sieht? Und diejenigen, die hinter diesen Strukturen standen und damit ihr Geld verdienten, hatten natürlich kein Interes­se, dass so ein dahergelaufener Wanderaufklärer (aus dem dann später ein Wanderprediger gemacht wurde) ihnen ihr schönes Geschäft verdarb.

Und so  organisierte dieser clevere Paulus eine Schreibwerkstatt, bei der die Gegner Jesu die alter­native Biografie Jesu in Auftrag gaben – das Neue Testa­ment. Und freiwillig oder dazu gezwungen machten Paulus und sein Kreis dabei mit, was "die wollten. Und so wurde das Neue Testament erfunden (irgendwie schon vergleichbar mit den Reportagen, die um die 2000 Jahre später der Spie­gel-Reporter Claas-Hendrik Relotius er­fand), das dann auch zur Grundlage für den Glau­ben der Urkirche wurde – zu­mindest nach dem, was die Autoren des NT´s über die Urkirche geschrieben ha­ben. Daher also die Evangelien mit allen diesen Göttergeschichten!

Das meiste in diesem Neuen Testament taugt jedenfalls nicht für ein Bild vom wirk­lichen Jesus, weil es ja nur diesen konstruierten „Göttergeschichtenglauben“ und noch Plagiate vor allem aus dem Buddhismus wie­der gibt.

Natürlich, beweisen können wir hier letztlich gar nichts, wie sollte so ein Beweis denn auch aus­sehen, dass er von allen akzeptiert würde? Doch zumin­dest ist die Ge­schichte von der Mafia unvergleichlich realistischer und plausib­ler als die Ge­schichte mit den Götter-Mythen! Denn die können – zumindest vom gesun­den Menschenverstand her – schon gar nicht stimmen!

3. Immerhin gibt es eine Chance, den wirklichen Jesus zu rekonstruieren!

Und zwar aus drei Sachverhalten, die sich tatsächlich auf den wirklichen Jesus bezie­hen könnten, bei denen sich immerhin auch die meisten Theologen ei­nig sind: 1. Jesus war mit Prostituier­ten (und mit Steuereintreibern) befreundet. 2. Er muss wohl ausge­spro­chen faszinierende Reden gehalten haben, so dass ihm die Menschen sogar in die Wüste gefolgt waren. 3. Er ist gekreuzigt wor­den.

Dazu zunächst einmal zum berühmten Urwaldarzt Albert Schweitzer: Der war auch ein bedeutender Theologe, sein Fachgebiet war die Jesusfor­schung, also die Forschung über den wirklichen Jesus. Dabei ist er zu dem Ergebnis gekom­men, dass wir den wirklichen Jesus vor allem aus dem Grund nicht erkennen könn­ten, weil die akademischen Forscher, die sich mit dem Thema Jesus be­schäftigen, in einer völlig anderen Gesellschafts­schicht leben als in der des Je­sus von Nazareth – zu der sie nun einmal keinen Zugang haben. Das heißt also, dass wir hier auch nichts syste­matisch er­forschen können, sondern dass allen­falls ein glückl­icher doch eher unwahrscheinlicher Zufall geschehen muss, den wir aller­dings auch er­kennen müssen, um etwas heraus­zufin­den.

Und ich denke, dass ich von daher hell­hörig geworden bin, als mir ein Nach­bar in meinem Dorf, ein Bauer, der durch die Vermie­tung seines umge­bau­te­n alten Bauernhofs in den Fel­dern an einen Zuhälter und durch Gespräche mit ihm ein wenig Er­fahrung in die­ser Branche hatte, einen heißen Tipp gab. Danach ist die Sünde­ringeschich­te nach Joh. 8 in erster Linie keine Vergebungsge­schichte, sondern viel mehr eine typische Bestra­fungsgeschichte aus dem Halbweltmilieu  – so wie die Susan­na-Geschichte im Buch Daniel die Geschichte von der Erpressung einer Frau zur Prostitution ist: „Entweder du machst Sex mit uns (was den Einstieg in die Prostitution bedeutete), oder wir zeigen dich an, dass wir dich beim Sex mit ei­nem anderen Mann ertappt hätten, dann wirst du hingerichtet“ (das Ertappen auf frischer Tat mit zwei Zeugen galt nach damaliger Rechtssprechung als Beweis). So et­was dürf­te Jesus also bei seinen Gesprächen mit den Prostituierten erfah­ren haben – und so pran­ger­te er die Machenschaften, die bis in die höchs­ten Krei­se dahinter steck­ten, öf­fentlich an – das war also wohl der Gegenstand sei­ner fas­zinieren­den auf­rühre­rischen Reden, die gerade die Menschen aus dem Volk so magisch anzo­gen. Vermutlich hatten manche Hörer auch selbst entsprechen­de Erfahrun­gen, deren Hintergrund ihnen bis dahin allerdings unklar war.

Daher erkannte er im Fall der Sünderin (nach Joh. 8) auch gleich, dass es nicht darum ging, dass diese Frau bestraft werden sollte, weil sie „gesün­digt“ hatte, sondern dass hier eine unbotmäßige Prosti­tuierte deswegen bestraft werden sollte, weil sie sich nicht so verhalten hatte, wie ihre „Beschützer“ (oder auch Zuhälter) es wollten (vielleicht wollte sie aus ihrem „Beruf“ ausstei­gen?), auch zur War­nung für die an­deren Frauen. Also konterte er entspre­chend – und genial. In die­sem Fall hatte er auch „gewon­nen“. Doch die entlarvten Männer ließen sich das natürlich nicht ge­fallen - und gewannen letzt­endlich - weil sie auch, salopp gesagt, in der damaligen Gesellschaft das bessere „Vitamin B“ hatten.

Dürfte das also der Grund für seinen grausamen Tod gewesen sein? Der würde jedenfalls zu einer Mafia passen, in solchen Kreisen wird durchaus mit harten Bandagen gekämpft – und gerade auch gegen diejenigen, die ihnen ihr schönes Ge­schäft mit der Prostitution (und bei den Steuereintreibern vermutlich auch noch mit Schutzgeld) kaputt machen wollten.

Das Ergebnis ist die nachösterliche Lehre vor allem des Paulus, auf der unser ganzes heutiges Christentum beruht. Und die soll ein Betrug sein? Wenn das so ist, dann ist das der größte Betrug der Menschheitsgeschichte.

So oder ähnlich dachten doch auch schon die Theologen Gerd Lüdemann und Uta Ranke-Heinemann und manche andere Theologen.


4. Den Missbrauch der Frauen gibt es auch heute - nur anders und raffinierter, nämlich per Manipulation!

Der Jesus, auf den ich gestoßen bin, hat sich direkt gegen den Missbrauch von Frauen engagiert. Und einen solchen Missbrauch gibt es auch heute – nur nicht per Erpressung wie zur Zeit Jesu, sondern per Manipulation. Den jungen Men­schen, und das betrifft vor allem die Mädchen, wird eine Scheinmoral anerzogen – auch durch die Religion – die eine echte (Sexual-)Moral und gerade die Freu­de daran nachhaltig verhindert (s. S. 5). Und wenn wir hier etwas effektiv unter­nehmen würden, dann würden wir mal nicht nur zeigen, dass wir ganz allgemein gute Menschen sind und dass wir uns aus Liebe zu Jesus an irgendwelche Ge­bote hal­ten, sondern das wäre die direkte 1-zu-1-Fortsetzung des Engage­ments Jesu in unsere heutige Zeit gegen den Missbrauch von Frauen (und natürlich auch von Mädchen)..

Es gilt also nicht nur, die Lehre der Kirche allein im Hinblick auf den wahren Je­sus zu korri­gieren, sondern auch den jungen Menschen eine echte (Sexual-)Mo­ral nahe zu bringen, nach der sie vernünftig leben können – und ich denke, das wäre wirklich die Aufgabe un­se­rer Religion. Denn wenn etwas in einer Gemein­schaft als Sünde eingestuft wird, dann sollte es doch nun wirklich Aufgabe dieser Gemeinschaft sein, Konzepte für junge Menschen zu ent­wickeln, wie sie diese „ohne Sünde“ leben können – und hier versagt die Kirche doch völ­lig. Wie sie das The­ma Sexualpädagogik angeht, ist doch völlig dilettantisch und eher ab­schre­ckend für vernünftiges Verhalten (ich kenne z. B. keine Untersuchungen zum morali­schen Nährwert der Scham)  – oder die Kirche unternimmt gleich gar nichts und lässt alles laufen. Hier ist also mein Ansatz, die Forderungen unserer Religion auf dem Gebiet der Sexual­moral, die ja nicht falsch sind, den jungen Menschen so lebens­nah „rüber zu brin­gen“, dass es ihnen sogar Vergnügen bereitet, da­nach zu leben – und ich denke, das geht sehr gut, s. Vorwort 2 (s. S. 8/10).

Hier bin ich auch auf einen interessanten Gedankengang des spanischen Philo­sophen Ortega y Gasset gestoßen: Was Mädchen träumen, welcher Typ Mann ihr erster Sexual­partner sein soll (und sich auch noch mit Intelligenz bemühen, ihren Traum in die Praxis umzusetzen), so beeinflusst das die Geschichte mehr als „der Stahl des Kriegsgottes“, also als alle militärische Macht – und ich denke, diese Träume kann man durch eine ent­sprechende Pädagogik doch sehr gut beeinflussen! Ja, eine Beeinflus­sung der Geschichte – hier hätte die Kirche eine echte Chance! Das wäre doch was (s. S. 45)!

Ich kann und will in puncto Wissenschaftlichkeit mit den genannten Autoren na­türlich nicht mithal­ten. Ich denke, das ist auch gar nicht nötig, ich sehe meine Aufgabe lediglich darin, das was die herausge­fun­den haben, zu kombinieren.

In meinem Unterricht und in vielen privaten Gesprächen, auch auf Reisen „in alle Welt“, traf ich immer wieder auf gute Resonanz, vor allem bei jungen Mäd­chen, denen man ger­ne eine bessere Strategie für ihre Partnerwahl von Anfang an wünschen möchte.

Das Konzept, das daraus geworden ist, ist die Broschüre DER ROMANTISCHE MITTEL­WEG: BERAUSCHENDES MONDBADEN!

Ich hoffe, ich habe in diesem Text auch alle die Fragen beantwortet, die hier noch offen geblieben sind. Und sollte es noch weitere Fra­gen geben, auch die beantworte ich gerne: E-Mail: hpreuschoff@gmx.de.

Anm.: Die Angabe der Seitenzahlen beziehen sich auf den Online-Text: „Der romanti­sche Mittelweg ...

                                            ***

Und hier der Versuch der Umsetzung in die Praxis des Lebens nach den Ideen des ostpreußischen Phi­losophen Immanuel Kant gegen einen „religiö­sen Afterdienst“ (= „eher wertloses religiöses Drumherum“) und für eine echte Moral

Erster Einblick in ein theologisch und pädagogisch alternatives u. attraktives Konzept einer hohen Moral für junge Menschen:


                DER ROMANTISCHE MITTELWEG:

                BERAUSCHENDES MONDBADEN!


Zur Zeit läuft das so, dass ein Mädchen einen Jungen fragt: „Willst du mein Freund sein?“, was im Klartext soviel heißt: „Ich bin meine Jung­fernschaft leid, willst du nicht die Entjung­ferung erledigen?“ Eigentlich ein schreckli­ches, unwür­diges, ehrloses und primi­ti­ves Verfahren. Von Ro­man­tik keine Spur. Um wie viel schöner und niveau­voller ist dagegen ein Konzept, wenn ein Mäd­chen einen Jun­gen fragen würde: „Ich stelle mir das Mondbaden mit dir wunderschön vor, hättest du nicht auch Lust da­zu?“ Dabei meint Mondbad­en eine Offenheit zueinander bis zum komplet­ten Hautkontakt, bei dem bei­de allerdings in einer Weise zusammen sind, dass das Ein­drin­gen und selbst das Petting gar nicht möglich sind. Vor al­lem zeigt solch ein Wunsch auch eine Bereitschaft, Ängste abzu­bauen, und eine Offen­heit, sich richtig kennen zu lernen. Was können beide da nicht alles miteina­nder unternehmen? Und vor allem können beide immer wieder mit einem ande­ren neu von vorne an­fangen, also auch mit voller Romantik, wenn die Beziehung nicht wie erwar­tet läuft.

Vielleicht kann man die Moralmodelle auch nach unchristlich oder auch heid­nisch (mehrere Intim­partner) und echt christlich und auch noch richtig schön ro­mantisch („der einzige Richtige“, und der wird durch das Mondbadeverfahren für jeden rea­listisch) unterscheiden? Ja, das ist doch mal ein Moralm­odell, das kon­kurrenzlos attraktiv und schnell vermittelbar ist, weil es einfach unserer menschli­chen Natur entspricht und die jungen Leute es auch wollen, wenn sie es erst ein­mal kennen!


Also: Alternativer Tipp für junge Leute: Die unterschied­liche Sexualität nicht konsumieren, sondern kulti­vieren!


Mit einem modernen Jesusbild, das vor allem

  • auf den Ergebnissen der deutschen protestantischen Jesusfor­ schung seit 250 Jahren

  • und auf den Ergebnissen der Forschungen von Kirchenkritikern und Kirchengegnern beruht, die im Allgemeinen sehr hochwer­tig- wissenschaft­lich waren und sind.


Die These dieses Konzepts ist nun, dass der Mensch ein hohes Po­tenzial für eine echte Moral hat, doch dass dieses hohe Potenzial leider in der Theologie und in der Päd­agogik schon seit jeher nicht nur nicht genutzt, son­dern sogar noch regelrecht zer­stört wird.

    Wie werden also etwa Mädchen heute – ganz konkret – dazu ge­bracht, dass sie das, wozu sie vor zweitausend Jahre brutalst erpresst wur­den (siehe ab S. 30 im Onlinetext https://basisreli.lima-city.de/krum-lin-deu.pdf), heute freiwillig tun und gar nicht merken, wie sie regelrecht ver­arscht wer­den? Die Masche ist ei­gentlich ganz einfach: Es wird etwa die se­xuelle Selbstbe­stimmung in den Vorder­grund gestellt, ei­gentlich eine schö­ne Sache. Doch gehört zu der eine Wahlfreiheit zu­mindest zwischen zwei Mög­lichkeiten. Da bieten nun 1. die einen, die nichts mit einer hohen Moral im Sinn haben, das Moralmodell (oder besser „Un-Moralmodell“) „Sex vor der Ehe mit durch­aus auch verschiedenen Part­nern“ an, bis „der Richtige“ gefunden ist, und 2. die ach so braven und hochmoralischen „Gut­menschen“ als Al­ternative das Mo­ralmodell einer leibfeindlich-ver­klemmten Askese a la Mönche und Non­nen an. Die jungen Leute haben also tat­sächlich eine Wahl und heute sogar zu­meist eine sehr freie Wahl. Aber welche? Denn da das Moralmodell der Gutmens­chen „As­kese a la Mönche und Non­nen“ für die jungen Leute von vorn­herein völlig un­att­raktiv und weltfremd und also undiskutabel ist, sie wollen ja auch gar kei­ne Non­nen und Mönche wer­den, sie wollen nur den passenden Part­ner finden, orientier­en sie sich natür­lich eher an dem „Un-Moralmodell der Partner­su­che“, das auch das der grünen und roten Sexualinformation in den Schulen bezie­hungs­weise des kom­merziellen Unternehmens „BRAVO“ ist, und nicht an dem Mo­ralmodell der totalen Unter­drü­ckung der Sexualität der Gut­menschen. Von da­her kommt es dann zu der häufigen Jugendpromis­ku­i­tät, mit der viele junge Menschen aber letztlich gar nicht wirklich glücklich sind.

    So also geht Manipulation zur Vereitelung der hohen Moral – gerade auch von Seiten der Reli­gionen, deren Moralmodell ja vor allem das der Gut­menschen ist. Die Mädchen werden in das Mit­machen bei der Frauenver­achtung oder bes­ser Frauenverar­schung gera­dezu hineingetrie­ben, um es ein­mal krass und deutlich zu sa­gen! Und die Jun­gen und Män­ner machen da­bei mit, was sollen sie denn sonst machen? So ne­ben­bei ist die Fol­ge dann auch noch ein schlech­tes Gewis­sen bei den „Mitma­chern“ zumindest irgend­wann – und das ist ja auch so ge­wollt. Denn das schlechte Gewissen ge­hört auch zum Ge­schäftsmodell der Reli­gionen, leider auch unserer derzeitigen ...

    Dabei gäbe es doch durchaus einen attraktiven MITTELWEG ohne jede Ge­fahr eines schlechten Gewissens, nämlich die un­terschiedliche Sexua­lit­ät nicht zu konsumieren, sondern zu kul­tivieren. Und der kommt bei den jun­gen Leu­ten auch an, und wie, s. Vorwort 2 ! …..

Hier also das Vorwort 2: Nach einer Unterrichtsstunde kam einmal eine Schü­lerin zu mir und sag­te weh­mütig, dass ich sehr richtig läge mit meiner Einstellung, dass Sex in die Ehe gehöre und dass der Orgasmus so wichtig sei. Sie hätte es leider an­ders gemacht, weil sie es nicht besser gewusst hät­te, und sie wür­de sich sehr darüber ärgern, es sei eben der Fal­sche gewe­sen. „Und ich hatte es ja auch noch selbst gewollt!“, so die Schülerin. Ich ver­schränkte da die Zeige- und Mittel­finger mei­ner beiden Hände ineinander, sah kurz auf diese und frag­te, ob es „das“ denn nicht auch getan hätte. Da­rauf sie: „Natür­lich, aber das sagt ja so niemand...“ Also sa­ge ich es jetzt für ande­re, die es von An­fang an besser machen möch­ten – und so deutlich wie mög­lich!

Ich möchte hier zunächst darauf hinweisen, dass ich zu manchen An­sätzen eher durch Zufall oder auch durch eine gewisse Saloppheit meinerseits ge­kommen bin, ich denke hier etwa an das Gespräch mit der Mutter auf Seite 22 – oder auch an das soeben erzählte Ge­spräch mit der Schülerin. In der Schule hatte ich mich nun nicht so recht ge­traut, von daher offen solche Emp­fehlungen zu geben, in­dem ich meine Finger in­einander ver­schränkte, und ich fand es auch nicht nötig. Doch nach meiner aktiven Zeit als Lehrer ergaben sich dann Gesprä­che mit Mädchen oder eben mit jun­gen Frauen, wie sie es richtig ma­chen könnten, wo ich das mit den Fin­gern machte. Ein erstes Ge­spräch in dieser Richtung hatte ich vor wenigen Jah­ren mit einer Stu­dentin, die ich während einer Fahrt nach Marokko mit ei­ner offensicht­lichen Mitstu­dentin in Meknes in der Nähe der Universi­tät auf einer Parkbank sit­zen sah. Ir­gend­wie juckte es mich, die beiden an­zu­spre­chen mit dem Hinweis, dass ich katholischer Religionslehrer in Deutsch­land ge­wesen sei und dass meine inter­essiertesten Schü­le­rinnen marok­ka­nische Mädchen gewesen seien (sie waren es wirk­lich), und ob ich mal mit ihr re­den könnte über das, was diese Schü­le­rinnen so interessiert hätte.

Na klar, gerade die mit dem Hid­schab wollte das doch wissen! Also erzähl­te ich nach der Devi­se, dass wir uns ja eh nicht kennen und dass wir uns sowie­so nie wie­der sehen würden, frei he­raus von meiner Idee, dass es diesem Jesus gar nicht um Religion gegangen sei, sondern dass er mitbe­kommen hätte, wie damals Frau­en mit dem Zweizeu­genverfahren zur Pro­stitution er­presst wur­den und wie er das ändern wollte, indem er das öf­fent­lich breit trat – und wie er dafür dann per Justiz­mord um­ge­bracht wur­de. Schließlich mach­ten seine Gegner auch noch eine Reli­gion draus, um auf diese Weise das wirk­liche Engage­ment Jesu zu vertuschen. Und auch heute hätte man kein Interesse an der wirklichen Moral gerade jun­ger Mäd­chen, nur liefe das heute anders als da­mals. So würde ihnen immer nur ei­ne Scheinmoral der Scham erzählt wer­den, doch bildeten sich von da­her allenfalls sinnlose Ängste, ich hät­te etwa noch nie erlebt, dass Mäd­chen mit dem Sex deswe­gen angefang­en haben, weil sie Spaß mit der Nackt­heit an einem schönen Strand hatten (wo so etwas üb­lich ist). Mit einem richtigen Be­wusst­sein sei nämlich selbst die Nackt­heit kein Problem – und vor allem könn­ten sie schließ­lich nur mit Haut­kontakt und ohne Ein­dringen so­gar her­aus­fin­den, welcher Mann für sie der rich­tige sei! Denn zum Erlebnis des Or­gas­mus, auf den es doch an­kommt, sind nur leichte Berührungen nö­tig - wenn es denn der rich­tige Part­ner ist, braucht es jeden­falls kein Eindringen. Nur eben, so ich, davon müss­ten auch alle wissen und das auch wollen… Und ich sehe noch, wie ihre Augen immer leuch­tender wurden – ja das war offen­sichtlich das, wovon sie träum­te, irgend­wie hatte ich etwas in ih­rer Seele ge­trof­fen... Und eine Muslimin mit Hid­schab, also mit dieser Kopf­um­hül­lung, die nur das Ge­sicht frei­lässt! Wenn das nichts ist!

Ein ähnliches Erlebnis hatte ich dann noch mit einer jungen weiblichen Be­dienung in ei­ner klei­nen Pension auf Bali, mit der ich ins Gespräch kam, als sie mir das Früh­stück brachte – und auch mit solchen leuchtenden Augen!

Besonders eindrucksvoll war für mich schließlich das Gespräch mit einer nord­deuts­chen Abiturientin auf Weltreise, die ich beim Besich­tigen der Katakomb­en mit dem Knochen der vor langer Zeit gestor­be­nen Franziska­nermönche un­ter der Franziskanerkirche in Lima (Pe­ru) traf. Als ich ihr – wir wa­ren dann längst wie­der an der fri­schen Luft – das mit dem Orgas­mus­test er­zählte und die Finger ineina­nder verschränkte, merkte ich, dass ihr das doch gegen ihre Moral ging, die sie offensichtlich leben wollte. Da­rauf dann ich: „Ja, wer alles ver­bietet, der erreicht doch nur, dass schließ­lich alles ge­macht wird ...“

Und so­zu­sagen im Bruchteil einer Sekunde er­hellte sich ihr Gesicht und auch ihre Au­gen fin­gen an zu leuchten und ich hat­te sie offen­sichtlich „ge­wonnen“ – sie kam auch gleich mit auf eine Stadtrund­fahrt, zu der ich sei einlud, weil wir auf der uns genau­so gut unterhal­ten und gleich­zeitig etwas von Lima sehen konn­ten.

Natürlich habe ich mir überlegt, warum diese drei Mädchen (für mich wa­ren es Mädchen, die eindeutig noch ohne „Männererfahrungen“ wa­ren) durch meine Ide­en offensichtlich so euphorisch wirkten. Ich erinnere mich hier an eine andere Schülerin, die auch mal nach einer Unterrichts­stun­de zu mir kam und mir von ih­rem bevorstehenden Frauenarztbesuch erzähl­te. Ich habe sie zuerst gar nicht ver­standen, was sie wollte, doch auf mei­ne Rückfrage erfuhr ich, dass sie “es“ ein­fach hinter sich haben wollte und „da­für“ nun jemanden gefunden hatte und alles richtig machen wollte – wie ich heute weiß. Aber da­mals fehlte mir einfach die Vor­stel­lungs­kraft, dass das der Grund sein könn­te, mit dem Sex anzufangen. Mein Ein­druck ist jeden­falls – im Rückblick – dass das Mädchen richtig in Not war, es machte zu­mind­est auf mich gar keinen glück­lichen Eindruck. Und jetzt wird mir klar, dass die drei Mädchen deshalb so eupho­risch wirkten, weil sie auch in sol­cher oder ähnli­cher Not waren, von der ich sie nun durch die Idee einer Altern­ative wie von einer Last be­freit hatte. Ob ich hier et­was grundsätz­lich bewirkt habe, weiß ich natürlich nicht.

Immerhin bin ich wohl auf ein Konzept einer hohen Moral gesto­ßen, das auch in unserer Zeit bei jungen Leuten ankommen dürfte, und das ich auch verallgemein­ern kann, vor allem auch weil die Mäd­chen aus verschie­denen Kulturen kamen. Man darf beim Thema Sexualmoral also nicht immer nur gegen etwas sein, son­dern man muss vor allem für etwas sein und dazu muss man den jun­gen Men­schen, und gerade den Mädchen, nun einmal auch Tipps geben, wie sie ei­ne ho­he Moral mit Freude und Intelligenz von Anfang an leben kön­nen! Siehe dazu das komplette Konzept unter: 

www.michael-preuschoff.de

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