Pädagogik einer hohen Sexualmoral für Kinder im Grundschulalter


(Anhang zur angewandten Wissenschaft zur Jesusforschng und zur Sexualmoral)

Doch wie kann man nun einen einen solchen Unterricht auch bei Kindern ma­chen und dann auch noch so, dass er für die Kinder wirklich interes­sant und schließlich auch effektiv ist? Und man muss nun einmal bei Kin­dern anfan­gen! Schließlich muss man bei der Pflege der Pflanzen auch bei den Knospen an­fangen, wenn man schließlich schöne Blüten und gute Früchte bekom­men will!

Und das Problem ist ja nicht, dass die Morallehre unserer Religion falsch ist, falsch war oder ist nur die Pädago­gik, die ist geradezu katastrophal! Wie also eine vernünftige Pädago­gik?

Auf einen nach meiner Erfahrung sehr zündenden Einstieg bin ich sozusa­gen aus einer nicht vorhersehbaren Situation heraus gekommen – da war also keine lange Überlegung im Spiel. Und offensichtlich klappte dieser Einstieg vorzüglich! Und zwar habe ich nicht nur so gerade mit irgendeiner Ge­schichte begonnen, sondern mit der ältesten Kriminalgeschichte, zu­min­dest eine, die allgemein bekannt ist und die sogar in der Bibel steht. Und Kriminalgeschich­ten kommen immer gut an, auch bei Kindern.

Es ist die Geschichte von der schönen Susanna aus dem Anhang des Buches Daniel des Alten Testaments. Ja, diese Geschichte (bitte lesen Sie die einmal, zumindest wenn Sie die nicht kennen – entweder in der Bibel oder im Inter­net!) ist gewiss besser für Kinder ge­eignet als die Geschichte von der Sünde­rin im Jo­hannesevan­gelium. Denn diese Geschichte trifft viel mehr die Situati­on junger Menschen, die noch alles vor sich haben – und die einen Überblick be­kommen sollen, wie das mit dem Einstieg in die „Unmoral“ so laufen kann – selbst wenn das schon mehr als zweitausend Jahre her ist. Und ein vernünf­tiger Überblick ist nun einmal das A und O einer vernünftigen Lebensklugheit!

Also:
Mit einer Mutter aus meinem weiteren Bekanntenkreis ging es also wieder einmal darum, dass Kinder „an diesen Themen“ vermeintlich doch gar nicht interessiert seien, weil sie nicht ihre Welt sind. Da ihr 10-jähriges Töch­terchen gerade dabei war und es unser Gespräch offensichtlich inter­es­siert verfolgte, nahm ich die Gelegenheit wahr, zu beweisen, wie gut das sehr wohl geht, es kommt eben nur auf einen passenden Einstieg an: Und da die Mutter einver­standen war, habe ich dem Mädchen also die Krimi­nal­ge­schichte von der schönen Susanna erzählt (und weil ich die oft im Un­terricht vorge­le­sen hatte, konnte ich die fast auswendig). Dabei bin ich na­türlich auch konkret geworden, etwa was gemeint ist mit „sei uns zu Willen“, damit dem Mädchen auch klar war, worum es geht. Und dank des Sexual­kunde­unterrichts in der Schule verstand das Mädchen auch alles.

Die „Sinnspitze“ war in meinem Konzept nun mal nicht die Standhaftigkeit und das Gottvertrauen der schönen Susanna, wie das fromme Theologen in so einem Unterricht normalerweise gerne machen, das war für mich über­haupt kein Thema, sondern die Kriminalität der Männer und die Leicht­gläubigkeit und die Blindheit der Umstehenden, die die falschen Zeugen­aus­sagen der beiden Ältesten für bare Münze nahmen – und die nicht den Unschulds­beteu­e­rungen der Susanna glaubten.

Und der Kommentar des Mädchens, als ich fertig war: „Da habe ich aber Glück, dass ich nicht damals gelebt habe.“ Und ich zu der Mutter: „Sehen Sie, Ihre Tochter hat perfekt begriffen, um was es geht und sie hat völlig normal und ethisch gutwillig reagiert – anders als vor allem auch viele religiös orien­tierte Erwachsene, die so tun, als wüssten sie nicht, um was es geht. Jeden­falls halten gerade die so eine Geschichte nicht für Kinder geeignet, zumin­dest nach meinen Erfahrungen – und dabei ist sie ein phantasti­scher Einstieg in das „Thema“. Der Grund für diese Verweige­rungshaltung ist möglicherweis­e, dass sie gar nicht wirklich wollen, dass junge Mädchen im Um­gang mit ih­rer Sexualität wirklich lebensklug werden und etwas in dieser Welt zum Positi­ven verändern. Und dazu kommen sie dann mit irgendwel­chen Rationalisie­rungen, dass die Kinder von solchen brutalen Gescheh­nissen keine Ahnung haben sollten, weil die ihre un­schul­dige Kindheit zerstören würde usw. Dazu kann ich nur sagen, was das für eine däm­liche Romantik ist, dass Kinder mit allen möglichen Un­wahrheiten aufwachsen sollen und nicht wissen dürfen, wie sie ihr Leben vernünftig und lebens­klug einfädeln können.

Ja, diese Geschichte kann man doch spannend vorlesen, am besten na­türlich in einem Gemeinschaftsunterricht. Da kann es dann auch zu schö­nen lebhaf­ten Gesprächen kommen. Auch „religiöse Leute können von daher den Sexu­alkundeunterricht jetzt also einmal positiv sehen, weil die jungen Leute wis­sen, worum es geht! Und wenn Kinder das nicht wirklich begriffen haben, dann kann man eben nach­helfen, damit sie alles verste­hen. Auch kann man darauf kom­men, dass es den beiden Männern letzt­lich darum ging, eine Frau für die Pro­stitution „zu rekrutieren“, sie also wie eine Sache an viele Männer für den Sex zu „vermieten“ und so Geld zu verdienen. Und wenn die schöne Su­sanna mitgemacht hätte, wäre sie bei ihrer Familie erledigt gewesen, denn niemand hätte in der damaligen Zeit und in dieser Gegend dort wahrha­ben wollen, wie sie dazu erpresst wurde.

Auch ist diese Geschichte dann vor allem auch noch ein sinnvoller Ein­stieg in die Situation heute, dass sich so viel gar nicht geändert hat. Es ist nur etwas anders. Damals wurden den Mädchen Ängste beigebracht im Hinblick auf al­les, was mit der Sexualität zusammen hängt, dass sie etwa schamhaft ihre Körperlich­keit mit Schleiern verhüllen müssten und in An­we­senheit von Män­nern nicht aufreizend sein dürften usw.. Doch diese Ängste halfen in Endef­fekt gar nichts, denn es passierte schließlich alles ganz anders! Und eigent­lich hatte die Susanna ja auch gar nicht gegen diese Moral der Scham versto­ßen, obwohl sie nackt war, denn wie konnte sie denn damit rechnen, dass zwei Männer in ihren privaten Garten einge­drungen waren und sich hinter Bü­schen versteckt hatten? Die Ängste, die man damals Mädchen und Frauen beigebracht hatte, waren also bei ihr völlig sinnlos. Und so ist das auch heute mit den Ängsten, die gerade den Mädchen beigebracht werden, dass sie etwa gerade ihre „speziellen weib­lichen Teile“ verhüllen müssen. Dagegen wird ih­nen – von wem auch im­mer – eingeredet, dass Geschlechtsverkehr zum Reif­werden, also zum Erwachsen­werden, dazu gehört. Den harmlosen Spaß, nackt zu sein, na­türlich dort wo die Nackt­heit überhaupt kein Problem wäre, dürfen sie also nicht ha­ben. Und wenn sie dann mit dem Sex anfangen, dann zu­cken die typi­schen Moralapostel mit den Schultern und sagen, dass das eben zur Selbstbestimmung eines Mädchens gehört, gegen die man nun ein­mal heute nichts machen dürfe. Dass zu einer vernünftigen Selbstbestim­mung auch die Wahl einer attraktiven Alternative gehört, die man den jungen Leu­ten allerdings hart­näckig verweigert hatte, darauf kommen die typi­schen leib- (und auch geist-) feindlichen Päd­agogen natürlich nicht.

Heute läuft das also nicht über Erpressung wie damals, sondern vielmehr über eine Manipulation zu einer Scheinmoral und dass die Mädchen „das“ dann auch noch von einer angeblichen Selbstbestimmung heraus von sich aus auch noch selbst wollen.

Um hier etwas richtig zu stellen, wäre nun der schulische Unterricht oder der Religionsunterricht da, und für die Umsetzung in die Praxis die Familie – und da besonders die Väter! Das heißt, dass es so eine Art Dreiecksbe­zie­hung geben müsste: Junge Leute – Familie – Kirche/Schule. Wenn das nicht ein Modell für die Zukunft ist – auch der Kirche!

Und da ist auch noch ein Grund, warum man mit der Pädagogik eines ver­nünftigen moralischen Konzepts schon bei sehr jungen Menschen anfangen muss. Denn wenn man erst bei älteren jungen Menschen damit anfängt, muss man damit rechnen, dass zumindest einige schon „damit“ angefangen haben – und dann macht man ihnen, wenn man ihnen vor­schwärmt, wie schön es gerade „ohne“ ist, das Herz nur unnötig schwer.

In jedem Fall darf im Mittelpunkt der Pädagogik nicht die Angst vor Gott ste­hen, dass die jungen Menschen etwas falsch machen („sündigen“) könnten, sondern es muss um eine echte Freude an einer hohen Moral gehen – wie sie auch durchaus im Sinne Gottes sein dürfte. (Dabei spielt die Frage, ob es ihn überhaupt gibt, keine Rolle mehr.) Und dann erledigt sich das Problem des „Sündigens“ wahrscheinlich schon von alleine!

www.michael-preuschoff.de