Jesuskonzept

www.michael-preuschoff.de

Befreiung Jesu aus dem Gefängnis der Theologen - endlich und gründlich!

 

la danse

La Danse – Charles Samuel (1862 – 1935), Ecole belge 1913, Elfenbein, gekauft bei: Fr. Janssens van der Maelen, Brüssel 2020


Mit drei Anlagen: Zunächst der "bunte Kasten" über die ursprüngliche jüdische Religion, dann etwa in der Mitte die "Anlage 1", wie junge Menschen und gerade Mädchen mit ihrer Veranlagung zu einer hohen Moral – kul­turbedingt – in die falsche Richtung geschickt werden, und zum Schluss die "Anlage 2", wie es richtig geht:  Vision eines Mädchens, das im 3. Jahrtausend angekommen ist: “Lebensklugheit und Lebensfreude statt Scheinemanzipation”!

Hinweis: Das Konzept ist vor allem für junge Menschen bestimmt. Und für die muss ich nun einmal ins Detail gehen und alles auch deutlichst schreiben, denn wenn ich das nicht mache, dann verstehen die dann doch wieder alles falsch!


Gott schreibt auch auf krummen Linien gerade: Durch Glaubens­geg­ner zum echten Jesus.

Eine Theologie und ein Glaubenskonzept nach dem echten Jesus – urteilen Sie selbst!

Der echte Jesus war wohl eher ein typischer Investigativjournalist (wie wir heute sagen würden) – und musste auch deswegen ster­ben. Danach wurde er von seinen Gegnern sozusagen perfekt verfälscht.

Es gibt nicht wenige Kritiker sowohl der Kirchen, wie auch überhaupt des christ­li­chen Glaubens, die sagen, dass die ganze christliche Religion leere Phantasie ist, dass sie also mehr oder weniger frei erfunden ist, dass sie also im Grunde genommen Lüge und Betrug ist.

An den Theologen und den sonstigen Repräsentanten der Kirchen prallen diese Kritiken offensichtlich weitgehend oder sogar weitestgehend ab – sie scheinen sie sehr oft gar nicht zur Kenntnis zu nehmen und sie scheren sich also auch nicht darum. Sie machen weiter, als ob das alles, was sie erfor­schen und verkünden, auf dem festen Boden der Tatsachen stünde.

Doch ich denke, dass es unter diesen Kritikern von christlicher Religion und Kirche durchaus sehr seriöse Wissenschaftler gibt, die man unbedingt ernst nehmen sollte. Ob es nicht vielleicht sogar einem guten Gottesglauben ent­spricht, darauf zu vertrauen, dass für unseren Glauben und also auch für die Kirche etwas Positives herauskommt, wenn wir uns einmal auf solche ernst zu nehmenden Kritiker einlassen?

Ich denke hier besonders an drei von ihnen:

1. Karlheinz Deschner (1924-2014), der immerhin ein Studium der Theo­logie, der Philosophie, der Litera­turwissenschaft und der Ge­schichte absol­viert hat – und auch mit einer Promo­tion. In seinem Buch „Der ge­fälschte Glaube – die wahren Hintergründe der kirchlichen Lehren“ be­schreibt er (wie übrigens auch andere), dass die meisten Glaubensin­hal­te Plagiate aus anti­ken nichtchristlichen Religionen sind, so die Jung­frau­en­ge­burt bzw. die Zeu­gung durch einen göttlichen Vater, die Got­tes­sohn­schaft, die Er­lö­serfunktion eines Got­tessohns, die Wunder, ja sogar die Kreuzigung eines Gottes, die To­ten­er­we­ckun­gen und die Auf­erste­hun­g, die Kultfeiern mit Brot und Wein.


    Zunächst einmal drei Bilder, um zu il­lustrieren, wie wesent­li­che christliche „Glau­bens­wahr­heiten“ Plagiate aus an­deren Religionen sind:



    Europa


    Das Mosaik „Europa mit dem als Stier verkleideten Zeus“ be­findet sich im Na­tional­mu­seum in Neapel. Ein Bild von der Pa­rallelgeschichte im Neu­en Tes­ta­ment von der „Ver­kündigung Mariens“ brauche ich wohl nicht mitauszudrucken.

Isis erweckt Osiris

Isis in Vogelgestalt bei der Erweckung des Osiris, der beim Kampf gegen das Böse umgekommen war und danach drei Tage die Seelen der Toten in der Unterwelt besucht hatte Relief im Totentempel Sethos I. in Abydos (Ägypten) – die Geschichte von der Auferstehung Jesu ist also nichts Neues.


Himmelfahrt

Das Relief von der Him­melfahrt des Kaisers Antonius Pius und seiner Frau Faustina befindet sich in den Vatikani­schen Museen (ich habe den Gips­abdruck im Römisch-Germanischen Mu­seum in Mainz foto­grafiert). Auch hierzu ken­nen Sie gewiss Ge­mälde von der Him­mel­fahrt Jesu und erst recht Mariens.

    2. Der dänische Indologe Christian Lindtner (1949 – 2020) mit seinen pro­fessionellen Kenntnissen des Griechischen und Lateinischen und der altindi­schen Sprachen Sanskrit und Pali. In seinem Buch „Geheimnisse um Jesus Christus“ beschreibt Lindtner, dass das Neue Testament ganz offensichtlich weitestgehend ein Plagiat aus altindischen buddhistischen Texten ist – „aufge­motzt“ mit „Einlagen“ aus den im Westen typischen Mythologien und auch aus dem Judentum. Lindtner erklärt das damit, dass buddhistische Mönche einen Buddhismus für den Westen schaffen wollten, denen es aber nur auf die bud­dhistische Philosophie ankam und die also diesen Buddhismus in einen im Westen üblichen (äußerlichen) „Rahmen“ eingebaut haben. Der „buddhisti­sche Held“ in dem Buddhis­mus für den Westen ist also ein von den Buddhisten erfundener Jesus und so kommt Lindtner zur Quintessenz „Jesus is Bud­dha“. Näheres zu Christian Lindtner unter https://unser-mitteleuropa.com/in-memoriam-dr-phil-christian-lindtner-1949-2020/ (oder leichter zu suchen, wenn man bei google eingibt: „Christian Lindtner“ und „Unser Mitteleuropa“).

    3. Der jüdisch-englische Talmudgelehrte Hyam Maccoby (1924-2004), der zuletzt Professor am Center for Jewish Studies der Universität Leeds war. In seinem Buch „Der Mythenschmied“ nimmt sich Maccoby diesen „Hinzu­kömm­ling“ Paulus vor – und beschreibt unter anderem, wie der die ihm aus seiner Kindheit in Tarsus, einem Hauptzentrum des bis­weilen blutigen Attis- und Adoniskults, bekannten „Geschichten“ und Ri­ten auf Jesus übertragen und damit eine völlig neue Religion geschaffen hat, die mit dem wirklichen Jesus nichts oder zumindest nicht viel zu tun hat. So wie Lindtner sagt „Jesus is Buddha“, würde also Maccoby – frei nach Paulus – sagen „Jesus is Attis“.

Was diese drei kritischen Wissenschaftler heraus gefunden haben, wäre nun eigentlich der Todesstoß für unseren christlichen Glauben. Denn es dreht sich doch um die wichtigsten Lehren, die unseren Glauben ausmachen.

Doch es ist nicht aller Tage Abend!

Den entscheidenden Tipp, was Jesus nun war und wofür er sich engagiert hat­te und weswegen er auch so grausam umgebracht wurde, bekam ich er­staunlicherweise in dem Knolleburekaff („Zuckerrübenbauerndorf“) west­lich von Köln (es wird auch noch mehr angebaut als Zuckerrüben), in dem ich woh­ne, von einem Nachbarn, einem Bauern. Er hatte einmal eine seiner Woh­nungen in dem entsprechend umgebauten „Abbau“ in den Feldern an einen Zuhälter, also an einen Profi in der Halbwelt, vermietet und sich mit dem auch über dessen „Geschäftsfeld“ unterhalten. Und als er sich dann irgendwann einmal mit mir unterhielt, kamen wir darauf, dass die berühmte Geschichte, wie Jesus im Johannesevangelium eine Sünderin vor der Stei­nigung rettet, eindeutig eine Bestrafungsgeschichte aus der Halbwelt ist. Denn wann pas­siert das schon, dass eine Frau „bei so etwas“ auf frischer Tat ertappt wird – und dass es auch gleich zwei „Ertapper“ sind, die dann auch noch gleich zum Gericht laufen, wo sie doch wissen, dass das für die Ertappte die Todesstrafe bedeutet? Das passiert doch sowieso nie, es sei denn, es ist hier etwas be­wusst arrangiert. Das alles wusste mit Sicherheit auch Jesus. Denn er war ja – vermutlich von seiner früheren Arbeit als Häu­serbauer in einem Familien­bautrupp in der ganzen Region her – auch mit Prostituierten und Zöllnern (oder besser Steuereintreibern) befreundet und hatte sich gewiss auch mit ihnen über ihre Probleme unterhalten. Und von daher hatte er etwa erfahren, wie Frauen zur Prostitution erpresst wurden – nach dem „Zweizeugenver­fahren“ der Geschichte von der schönen Susan­na im Anhang des Buches Daniel: „Entweder du hast Sex mit uns (was damals den Einstieg in die Pro­sti­tution bedeutete) oder, falls du dich wei­gerst, dann zeigen wir dich bei Ge­richt an und sagen, dass wir dich beim Sex mit einem jungen Mann, der aber entwischt ist, erwischt hätten, dann wirst du gestei­nigt.“ Eine attraktive Frau hatte also gegen solche Männer nur die Wahl Pro­stitution oder Tod – also keine Chance. Und bei der Sünde­rin im Jo­hannes­evangelium war die Situation nun offen­sicht­lich etwas an­ders: Sie war gewiss eine Prostituierte und hatte irgendwie gegen die Spiel­regeln in ihrem „Beruf“ verstoßen, wir wissen nicht, was das war, das ist aber auch nicht wichtig, und sollte nun dafür bestraft wer­den. Vielleicht hatte sie ihre korrek­ten Ein­nahmen verschwiegen und sie nicht richtig abgeliefert? Viel­leicht hat­te sie auch von den Reden Jesu gehört und wollte aus ihrem Beruf ausstei­gen? Dafür hatten es nun ihre „Beschützer“ (oder auch Zuhäl­ter) so einge­richtet, dass sie beim Sex mit einem Freier er­wischt wurde (es war ja eine arran­gier­te Geschichte, also konnte der Freier unerkannt ent­kommen) und folglich be­straft werden sollte – vor allem auch zur Warnung für „die an­deren Frauen der Beschützer“, damit sie nicht auch solche Spe­renzchen machten …


Cranach

Wenn ich das Bild „Jesus und die Sünderin“ richtig interpre­tiere, hat­te der Maler Lukas Cranach d. Ä. (1472-1553) die­selbe Sicht von der Erzäh­lung im Jo­hannes­evan­ge­lium wie ich, dass es sich bei der al­so um eine Krimi­nal­ge­schichte han­delt. Ich den­ke, deutlicher kann man es nicht ma­len, wenn man die Möchte­gern­steiniger für Ver­brecher hält, jedenfalls sehen sie nicht aus wie spießige Moral­apos­tel. Und auch die beiden „weisen älte­ren Herren“ hinten rechts sind doch die typischen hoch­geistigen Theologen und Philosophen (und wohl auch die meisten Journalisten), die immer nur die Oberfläche sehen und gar nicht wissen (wollen), was wirklich gespielt wird. Auf diese Weise können die Ver­brecher immer weiter machen, was und wie sie wollen. Ein faszinierendes Bild! Ich weiß schon, warum ich das habe für mich in Vietnam malen lassen!


Dieses brutale Verhalten hatte Jesus nun mitbekommen – und in öffentlichen Reden angeprangert: „Gegen die Sünde, gegen die Heuchler, für die Liebe“.

Er hatte sich also mit der offensichtlich sehr mächtigen Halbwelt, wir würden heute „Mafia“ sagen, angelegt. Dafür musste er also sterben.

Jesus war also kein Religionsstifter, wie ihn das NT beschreibt, sondern so etwas wie ein Investigativjournalist wie Peter R. de Vries (Niederlande), Ján Kuciak und seine Braut Martina Kusnirova (Slo­wakei), Daphne Caruana Galizia (Malta) und Jamal Khashoggi (Saudi Ara­bien) in unserer heutigen Zeit. Er hatte sich also über die kriminellen Ma­chen­schaften im Zusammen­hang mit Prostitution und Geld (den typischen Geschäftsfeldern der Mafia, die Funktio­nä­re der Behörden haben dabei mit­gemacht bzw. weggesehen) „vor Ort“ schlau gemacht und das dann in Er­man­gelung von den heute übli­chen Me­dien in öffentlichen Reden publik gemacht – woraus dann später verharm­lo­send mehr oder weniger fromme Predigten wurden, die keinem weh taten.


Zu den am Beginn dieses Textes erwähnten drei "glaubenskritischen" Büchern, die besonders zu dem Konzept "Jesusideologie" geführt haben, gehören dann gewiss noch zwei Bücher von der Journalistin Petra Reski, die sich ausgiebig mit der Mafia in Italien und Deutschland beschäftigt hat:

4. Petra Reski: "Mafia" (2009) und "Von Kamen nach Corleone" (2010). Reski be­schreibt sehr lebhaft und offensichtlich auch sehr qualifiziert, wie es Mafias nicht nur in Italien und Deutschland gibt, sondern dass es solche "Organisatio­nen" wohl in allen Gesellschaften gibt, allgemein bekannt ist ihre "Tätigkeit" auch in den U.S.A. Von Ostasien aus sind besonders die Triaden (China) und die Yakuza (Japan) aktiv. Dann war auch am 28. 5. 2018 in der Zeitung DIE WELT ein Beitrag über die russische Mafia, die im Wes­ten allgegenwärtig ist und die uns also irgendwie auch beherrscht, obwohl wir das im Allgemeinen nicht ge­wahr werden, und am 11.1.21 ein Beitrag über El Capo (Mexiko), der ein charmanter Ver­führer war und der sich sehr um seine Familie sorgte und der sein Drogenimperium wie ein ganz nor­males Geschäftsunternehmen sah, das am Laufen gehalten musste. Oder informieren Sie sich selbst mit google! Welche Ländernamen und zusätzlich das Wort "Mafia" auch immer Sie einge­ben, Sie werden überall fündig. Und es ist nicht nur Petra Reski, die zu dem Schluss der "Allgegenwärtigkeit" von Mafias kommt, auch der Jesuitenpater Rupert Lay sprach in seinen Vorlesungen und auch sonst immer wieder von zumindest mafiösen Strukturen „über uns“ – ohne dass wir das bemerken.

Wenn es nun die Mafia heute sozusagen überall in den unterschiedlichsten Kul­tu­ren gibt - zumindest in „anonymen Gesellschaften“, so ist nicht einzusehen, war­um es die nicht auch schon in früheren Kulturen gab - also auch zu Zeiten Jesu - , zumin­dest wenn es so hervorragende Indizien für die gibt wie die vorgesehe­ne Bestra­fung einer Prostituierten, bei denen ein paar Worte eines offensicht­lich informier­ten Mannes reichen, dass diese Bestrafung "abgeblasen" wird.

Und wie ist das mit der Zusammenarbeit von Mafia und Religion heute? Auf den ersten Blick ist da natürlich keine und natürlich gibt es also auch keine entsprechen­den Ver­trä­ge. Doch woran könnte man denn erkennen, dass es eine gibt? Wohl da­ran, dass diejenigen, die sich für die Guten halten und die etwas tun könnten, nichts Wirkungsvolles tun, was in ihrer Macht stünde, und die Mafiosi unbehelligt machen lassen, was sie wollen? Oder dass sie sogar ins­besondere Mäd­chen mit ihrer Ver­anlagung zu einer hohen Moral hartnä­ckig in die fal­sche Richtung einer für eine wirk­liche Moral untauglichen Scheinmoral schicken (s. ab S. 10)? Wie eine wirkliche Mo­ral läuft, interessiert offen­sichtlich nicht, darüber wird weder nach­ge­dacht noch ge­forscht. Der tiefste Grund da­für kann doch nur sein, dass eine wirkliche Moral gar nicht ge­wollt ist – und das ist doch voll im Sinn einer Ma­fia. Man ist also ihr Bü­t­tel bzw. ihr Zuarbeiter – ohne irgendeine kritische Reflexion. Auf alle Fälle: Wenn es eine Zu­sam­men­arbeit mit der Mafia nicht gäbe, würde man - zumin­dest bei ei­nem hohen Ver­dacht, und ein hoher Verdacht ist ja nun wirklich da - eine proble­matische Päd­agogik auch offiziell hinter­fragen und je nachdem schnellstens ändern! Doch so lan­ge das nicht passiert, schei­ne ich mit meinem Verdacht doch richtig zu liegen?


Und hier einmal ganz allgemein: Die ursprüngliche jüdische Religion ist wohl
die zeitlose aufge­klär­te Religion schlechthin. Jesus war hier also auf einen eklatanten Ver­fall gestoßen.

Ganz klar, ein der Missbrauch, auf den dieser Häuserbauer Jesus gesto­ßen war (s. ab S. 4), durfte gerade bei der jüdischen Religion eigentlich überhaupt nicht sein! Denn gerade die jüdische Religion ist doch die einzige Religion, die hier Wertvorstellungen hat insbesondere auch zur Lage der Frau, die ab­solut positiv sind und die sonst keine andere Religion so zu bieten hat!

Allerdings han­delte es sich bei der jüdischen Religion ursprünglich auch gar nicht um eine Religion, son­dern um eine auch in unserem heutigen Sinn sehr aufgeklärte und humane Lebensein­stel­lung. Zu einer typi­schen Religion wurde alles erst, als das mit der Lebens­ein­stel­lung verges­sen oder auch verdrängt wurde, vermutlich weil di­e­jenigen, die recht bald das Sa­gen hatten, so mehr Vorteile hatten (wie das so in allen Reli­gionen irgend­wann läuft). Jeden­falls ist die ursprüngliche jü­di­sche Re­li­gion (oder eben Lebensein­stel­lung) die einzige Religion (um den Be­griff „Re­ligion“ hier den­noch zu verwenden):

  • bei der es um die echte Monogamie geht. Gemeint ist die Mono­ga­mie, die nicht erzwungen wird, sondern die völlig freiwillig und mit Freu­de geschieht und angestrebt wird und die auch nicht erst nach der Ehe­schlie­ßung gelebt wird, sondern die Monogamie, die auch wirklich echt ist, dass es nur einen ein­zigen Geschlechts­partner im ganzen Leben gibt (au­ßer bei Verwit­wung). Das heißt also, dass es nicht nur um das Leben in die­ser Mo­no­gamie geht, sondern auch schon um die Vorbereitung durch Trieb­ver­zicht vor der Ehe. Also muss die Moral der Monogamie so attraktiv ge­staltet werden kön­nen, dass sie auch für junge Menschen erstrebenswert ist.

  • Und wenn diese Monogamie wirklich allgemein gelebt wird, dann ist auch die Vision einer Harmonie der Menschen ohne Ängste und in un­ge­trüb­tem Mensch­sein verwirklicht, konkretisiert durch die paradiesische Uto­pie der Nackt­heit. Die Paradiesgeschichte der Bibel ist dabei nie und nimmer als ge­schichtli­ches Ereignis anzusehen (wie auch andere frü­hen Geschich­ten wie die Schöpfungsgeschichte nicht). Mit Sicherheit wur­de sie auch von den Auto­ren, die sie vor vielleicht 3000 Jahren ver­fasst ha­ben, nie so „wörtlich“ ge­se­hen, wie sie uns etwa früher in unse­rem Kin­der­religions­un­terricht beige­bracht wurde und wie sie manche Sek­ten auch heute noch se­hen und lehren. Sie ist viel­mehr eine Ge­schich­te ge­gen die Pro­stitution in den Fruchtbar­keits­kul­ten zu Ehren von ir­gend­wel­chen Gott­heiten, die zur Zeit der Entste­hung der Ge­schichte üb­lich wa­ren (s. S. 50) – eine solche Fruchtbarkeitsgott­heit steckt also hin­ter der Schlan­ge. Eine „Vereh­rung“ durch Geschlechtsverkehr bedeu­tet na­türlich auch ein Verstoß gegen die Utopie der echten Mo­no­gamie, und die Folge davon ist die „Körperteile­ver­steckenscham“ (kurz: KTVS). Das heißt also auch, dass Aussage der Adam-und-Eva-Erzählung ist, dass sich diese Scham erüb­rigt, sobald die Utopie der ech­ten Mono­gamie verwirklicht ist.

    Der Gottesglaube ist dabei eher zweitrangig. Denn ein Gott wurde im Grunde nur konstruiert, um für die eigenen Leute eine Autorität zu ha­ben, die hinter der Idee der Monogamie steht, und um ein Argu­ment ge­gen die anderen Göt­ter zu haben, zu deren Verehrung diese wenig mensch­li­chen Kulte angeblich sein mussten.

  • Die jüdische Religion ist vor allem die einzige Religion, in der auch die Frau das Recht auf das Erleb­nis des Orgasmus hat. Denn da­mit die echte Monoga­mie auch wirklich funktioniert, ist na­türlich wich­tig, dass im Sexuellen auch die Frau zu ihrer Erfüllung kommt, das heißt, dass auch sie den Or­gas­mus erlebt. Damit ist nun nicht der Or­gasmus gemeint, wie ihn et­wa der Psy­chologe Wilhelm Reich sieht, der mit aller­lei techni­schen Tricks er­reicht wer­den kann, sondern ein Or­gas­mus, der aus der Har­monie oder auch aus der See­lenverwandt­schaft von zwei Menschen schon fast spon­tan entsteht, also nur mit leichtes­ten Be­rüh­run­gen und vor allem ohne Eindrin­gen, im Prinzip so­gar in vol­ler Beklei­dung. (Anm.: Die­ser Orgasmus soll­te auch heute erst einmal ein Ziel sein, denn nach einer Informa­tion in der Zei­tung DIE WELT er­leben mindestens Zwei­drittel aller Frauen in ihrem ganzen Leben nie einen richtigen Orgasmus.)

Wenn das nicht eine phantastische Religion ist, die damals gegen unmensch­liche Re­ligionen ausgedacht wurde und die heute das Zeug hätte, alle ande­ren Reli­gio­nen, die letztlich oft genug nur Kultivierungen von erlittenen Trau­mata ge­paart mit Folk­lore und Aberglauben sind (wozu dann noch Geschäfts­interes­sen und Macht­strukturen und das Bedürfnis nach Abgrenzung von an­deren kommen), über­winden würde! Ich habe allerdings den Eindruck, dass aller­dings normaler­weise selbst Juden davon keine Ahnung haben.

Das Problem zur Zeit Jesu war nun, dass diese jüdische „Ur-Religion“ schon zu seiner Zeit ganz offensichtlich „verschüttet“ oder auch zumindest weitest­ge­hend in Vergessenheit geraten war und sich also auch niemand von den Au­to­ritäten, die damals das Sagen hatten, mehr darum scherte. Die jüdische Re­li­gion war weitgehend im Kult erstarrt – und der sexuelle Missbrauch war fast schon zum Normalfall geworden. Da muss also dieser Häuserbauer oder Bau­unternehmer Jesus (zu „Bauunternehmer“ s. in „Jesusideologie“) darauf ge­sto­ßen sein und eine eklatante Diskrepanz zwi­schen An­spruch und Wirklich­keit der jüdischen Religion gesehen und versucht haben, die jüdische „Ur-Re­li­gi­on“ wieder zum Leben zu erwe­cken. Bei seinen norma­len Mit­men­schen muss er wohl damit sehr gut ange­kom­men sein, doch es muss viele an­dere gege­ben haben, die genau daran absolut kein Interesse hatten.

Jedenfalls habe ich versucht, mit meinem Wissen als Theologe und nach 30-jähriger Berufspraxis als Lehrer die Ideale der alten jüdischen Utopie in die­ser Arbeit hier zu einem positiven Konzept zu kombinieren, damit sie für junge Leute zu­gäng­lich sind. Denn die jungen Menschen haben doch noch Ideale von solcher Utopie und wür­den diese auch gerne leben, wenn sie nur wüsst­en wie.

Und ich denke, ich bin hier gar nicht so schlecht, siehe dazu den zweiten Teil dieses Hefts! Allerdings war leider alles noch nicht ausgereift, als ich Lehrer war.


Und wie kam es nun zu diesem „Plagiat-Neuen-Testament“?

Das Verdienst der protestantischen deutschen Jesusforschung im 19. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Erkenntnis, dass das Neue Testament mit einer genauen Beschreibung des Lebens Jesu kaum etwas zu tun hat, son­dern Glau­ben in der Urkirche erzeugen bzw. ihn wiedergeben will. Wir wissen also aus dem Neuen Testa­ment so gut wie nichts über den wirklichen Jesus, son­dern nur etwas über den Glauben der Urkirche. Wirklich nicht? Dabei ist die Sa­che doch eigentlich ganz einfach, wenn man erst einmal auf die Idee mit der Halb­welt gekommen ist, gegen die sich Jesus engagiert hatte. Denn mit der Kreu­zigung Jesu waren die Ideen Jesu natürlich nicht auch ge­stor­ben, er hat­te ja lange genug öffent­lich geredet und so hatte er auch An­hän­ger. Und nach seinem Tod fingen nun einige von denen an, in seinem Geist wei­terzu­ma­chen. Das mochten die Geg­ner Jesu nun schon gar nicht. Und es ist ge­wiss nicht weit hergeholt, dass diese Gegner, nachdem sie den Körper eines be­son­ders ungelieb­ten Geg­ners per Justiz­mord aus der Welt geschafft hatten, auch kei­ne Skrupel hatten, Mittel und We­ge zu finden, noch seinen Geist aus­zulö­schen. Wie man das anstellt, kennen wir heute vom Löschen von Dateien auf Fest­plat­ten in Com­putern. Wenn man die nämlich mit einem Klick auf die Funktion „Lö­schen“ löscht, so ist der Inhalt immer noch da, nur man findet ihn nicht mehr. Doch es gibt Pro­gramme, ihn wiederzufinden. Wirk­lich ge­löscht ist et­was nur, wenn der zu löschende Inhalt mit einem neuen In­halt über­schrie­ben wird. Und so war das auch mit dem En­gagement Jesu – da­her wur­de das mit einem „neu­en Inhalt“ überschrieben – also mit einem Kon­zept aus allen die­sen Pla­giaten aus ande­ren Religionen, das wir heute als „Neu­es Tes­ta­ment“ kennen. Das Neue Tes­ta­ment ist also keine Werbe- und Erbau­ungs­schrift FÜR den echten Jesus, sondern ein ge­niales Ablenkungs­manöver GE­GEN den echten Jesus und sein Anliegen – mit den Mitteln der damali­gen Zeit, als da war ins­be­sondere die Plagiiererei der Götter- und Buddhismusgeschichten.

Und dieser „Hinzukömmling“ Paulus spielte bei diesem Löschen und Neu-Schreiben offensichtlich die Hauptrolle, denn er war es, der auf die Idee ge­kom­men war, aus dem Kreuzestod Jesu einen von ihm selbst gewollten Opfer­tod zu schmieden – zur Erlösung der Menschheit wovon auch immer. Paulus hatte sich also nie wirklich bekehrt – er hatte nur die Taktik geändert, gegen das Engagement Jesu zu kämpfen, und damit hatte er auch Erfolg – bisher.

Das heißt auch, dass die drei zu Anfang dieses Beitrags zitierten Kritiker un­serer Religion mit ihrer Kritik vollkommen recht haben – nur die Lösung des Problems dürfte etwas anders aussehen, als wie die sich das jeweils vorge­stellt haben.

Näheres hierzu und vor allem auch was die Entdeckung des echten Jesus ür uns heute bedeutet, finden Sie im Internet unter „Jesusideologie“ in der Website www.michael-preuschoff.de – auch in mehreren Sprachen.

Aber ich höre schon die Kritiker sagen: Angenommen, die Sünderinge­schich­te aus Johannes 8 ist tatsächlich eine Halbweltbestrafungsgeschichte, sie ist also ein Indiz für den echten Jesus. Doch wie kann man aus einem einzigen Indiz heraus die ganze traditionelle Theo­logie über den Haufen werfen? Da­zu kann ich nur anmerken, dass man in einem unklaren Fall sehr wohl aus ei­nem einzigen gu­ten Indiz einen Fall perfekt rekonstruieren kann! Und der Fall Jesus ist wirklich äußerst unklar – keiner weiß etwa, wer das Neue Tes­ta­ment geschrieben hat (auf alle Fälle waren es keine Jünger Jesu oder an­de­re, die Jesus persönlich erlebt hatten), warum es geschrieben wurde und wie es ge­lang, es „unters Volk“ zu bringen. Die Erklärung, dass hinter diesen „Unklar­heiten“ eine gewissenlose Mafia steckte, ist meines Erachtens die plausibelste.

Und vor allem: Mit der Rückbesinnung auf das Engagement des echten Jesus – also auf eine „Jesusideologie“ – sähe unsere Religion natürlich völ­lig anders aus, es wäre keine Pries­ter- und Gelehrtenreligion, keine Dog­men- und Glaubensreligion und also auch keine Macht- und Herrschafts­reli­gion mehr, deren offizielle Hauptziele Gott und Verge­bung und Vertröstung auf ein Le­ben nach dem Tod sind, deren Realität sowieso niemand beweisen kann, sondern eine hoch­ethische Lebenseinstellungs­reli­gion mit ver­nünftigen Spielregeln. Und diese vernünf­tigen Spielregeln wä­ren so, dass sie auch jeder akzeptieren könnte, gerade auch was die Sexual­moral betrifft. Er müsste sie allerdings von Kind an mit­bekommen. Mit „jeder“ meine ich auch die Moslems – nach meinen Erfah­run­gen als Lehrer haben gerade de­ren Mädchen höchstes Interesse. An die „Alten“ kommen wir so­wieso nicht ran – aber an die Jugend! Natürlich: An die kommen wir im All­gemeinen erst einmal nur schwer, doch wenn wir un­sere jungen christlichen Leute gewin­nen, dann wird sich das herum spre­chen – und gerade in unse­rem In­ternetzeitalter – auch bei den mosle­mischen und noch anderen jungen Menschen!


Und hier etwas aus der heutigen Lebenswirklichkeit: Wie statt etwa durch eine geradezu idiotische Vergende­rung der Sprache Frauen und Mädchen wirklich aufgewertet werden können.


Eigentlich wurde inzwischen genug über das Problem der Vergenderung ge­redet: Diese Ummodelung ist doch eine völlig unsinnige und völlig über­flüs­si­ge und oft sogar lächerliche Verhunzung der deutschen Sprache. Sie soll angeblich (so wie mit einem Zauberwort à la Abrakadabra) mehr Geschlech­terge­rech­tig­keit und also eine weitere Aufwertung der Frau bewirken. Doch die Erfah­rung ist, dass das mit so einem „Zauberwörtersprache“ einfach nicht funktio­niert, eine Sprache kann eine solche Aufwertung nun einmal nicht leis­ten – denn es ist immer nur umgekehrt: Eine verän­der­te Wirklichkeit be­wirkt – falls es überhaupt notwendig ist – eine Veränderung der Sprache. Also müs­sen wir uns anders darum kümmern, die Wirklichkeit zu verändern!
Mit der Vergenderung wird nur wieder einmal eine neue Sau durchs Dorf ge­trieben – mit dem verdeckten Ziel, dass es bei dem, auf was es eigentlich an­käme und was geändert werden müsste, nur ja alles beim Alten bleibt! Und so dürfte es auch in anderen Ländern sein – mit welchen „anderen Säu­en“ auch im­mer, die in Wirklichkeit für eine echte Aufwertung der Frau wirkungs­los sind.

Was ich meine, gibt vielleicht am besten das Gespräch mit der Mutter einer Schülerin wieder, das ich relativ bald nach dem Beginn meiner „Karriere“ als Lehrer an einer berufsbildenden Schule anlässlich eines Elternsprechtages hatte: Sie hatte mich also vor vielen Jah­ren an einem Eltern­sprech­tag ein­mal nach dem Ziel meines Religi­onsunterrichts gefragt. Darauf ich, eher flap­sig: „Die Mädchen sind doch al­le ir­gendwie schizo­phren.“ Sie: „???“ Ich: „Na ja, vor dem Harm­losen und Para­die­sischen, bei dem sie auch eine brauch­ba­re Menschenkenntnis mitbekom­m­en und Män­ner, die in Ord­nung sein wol­len, von einer schönen Mo­ral begeis­tern könn­ten, näm­lich vor »nackt am Strand«, haben sie pani­sche Angst. Doch das Problemati­sche, näm­lich den Sex mit nur zu oft fragwürdi­gen Part­nern, der ihnen bisweilen auch noch lebenslange Trau­mata beschert, den wol­len sie und machen ihn auch.“ „Und“, so die Mut­ter, „was wol­len Sie jetzt tun?“ Ich: „Dass die Mädchen das jeweils andere ma­chen.“ Die Mutter: „Wenn Sie das schaf­fen, sind Sie gut!“ 

Ja was passiert hier eigentlich? Warum sind die Mädchen eher für den Sex als für den unschuldigen Spaß an der Nacktheit?
Ja was passiert hier eigentlich? Warum sind selbst sehr anständig erschei­nen­de Mädchen eher für den Sex mit „irgendjemandem“ als für den unschul­di­gen Spaß an der Nackt­heit? Ich habe lange gerätselt, sehr lange. Und he­rausbe­kommen habe ich es erst, als ich schon längst nicht mehr im Schul­dienst war.
Dabei ist die Lösung ganz einfach: Die Mädchen wollen „es“ einfach „auf Teu­fel komm raus“ „hinter sich“ haben. Denn die Jungfernschaft hat heute einen absolut schlechten Ruf. Sie erscheint nicht nur ein Zeichen für Enge und Leib­feindlichkeit und Le­bens­ferne, sondern sie steht auch für nicht gelungene Eman­zipation und Bet­schwes­ternfrömmigkeit. Dar­über hinaus soll der erste Intimpart­ner sowieso nie der Richtige sein, das sagen ja alle und das hört man also immer wieder, weil es „dem betreffenden“ ja doch nur um die Jung­fernschaft eines Mädchens geht und wem es da­rum geht, der ist eh ein Ma­cho und der taugt also nicht für die Ehe. Also weg mit der Jungfräulichkeit (wie mit einem dre­ckigen Lappen) – und frau braucht also auch dabei gar nicht ge­nauer hinse­hen, wer der Entjung­fe­rer ist, Haupt­sache ist, es findet sich einer, der zumin­dest einigermaßen sym­pa­thisch ist und der „Erfahrung“ hat und der „das“ dann „erledigt“. Daher also die oft sehr unver­ständ­liche blind erscheinen­de Wahl der Mäd­chen gera­de für den ersten Sexual­partner ...
Und was ist mit der Scham und also der Angst vor der Nacktheit? Warum ver­teidigt die ein junger Mensch und gerade auch ein Mädchen so „mit Zähnen und Klauen“, so dass niemand die Brustwarzen und die Vulva sehen darf? Auch das ist ganz ein­fach: Nacktheit gilt als Prostituiertensitte und eine Prosti­tuierte möchte frau auf keinen Fall sein, denn man ist ja ein anständiges, mo­ralisches Mädchen. Und: Nacktheit in der Öffentlichkeit, also auch an einem Strand, wo dies üblich ist, muss ja nun wirklich nicht sein, da können ja „Un­befugte“ das Intimste von einem sehen (oh wie verworfen!). So etwas ma­chen doch nur Leute, die anormal sind und die es irgendwie nötig haben. „Da­gegen muss der Geschlechtsverkehr ja eines Tages sowieso sein, also kann der nicht etwas Schlechtes sein, also machen wir doch den! Nicht zuletzt ge­hört der ja heute auch noch zur sexu­e­llen Selbstbestim­mung und ist ein Zei­chen für eine gelungene Emanzi­pa­tion. Und alle re­den ja auch davon, dass das so völlig nor­mal ist und sogar sein muss – also auch zum Zeichen, dass man bzw. frau normal und gesund ist.“ Und so fangen die jungen Leute den an – und oft auch mit eigent­lich untaugli­chen Part­nern – wie es das Thema bei dem Gespräch mit der Mutter war.

Dabei ist es doch eigentlich genau umgekehrt, was echte Emanzipation und was im Grunde Dummheit ist! Den vorehelichen Sex schafft doch selbst die doofs­te Blondine, er ist also eher ein typisches Zeichen von Dummheit, doch um nackt sein zu könn­en, dafür braucht es Mut und Durchblick und Argumentie­ren- und Sich-durchset­zen-Können und In­telligenz, um die Richti­gen als Beschüt­zer zu finden – und das sind doch die Indi­zien für eine wirkliche Eman­zi­pation!

Und wenn das heute nicht so ist, dann ist das doch das Resultat unserer auch heute noch üblichen Erziehung zu Sitte und Anstand und damit auch zur Se­xualscham: Die jungen Menschen, die ja eigentlich hochmoralisch sind, lernen durch sie, ihr hohes moralisches Potential ins falsche Objekt zu investieren, nämlich in eine Scheinmoral – und es damit sinnlos zu verschwenden. So kommt es also letztendlich zu einer Moral, die genau das Gegen­teil von dem ist, was wirk­liche Moral ist. Denn zur wirklichen Moral gehört doch nicht, die speziel­len weiblichen und männli­chen Kör­per­teile zu verstecken, son­dern den Geschlechts­ver­kehr nur dort zu „vollziehen“, wo er hinge­hört, nämlich in die Ehe – wo dabei also auch Kinder entstehen können!

Doch wo bitte wird das in einer Erziehung einmal so deutlich gesagt, dass das Vergnügen an der Nacktheit, wenn (oder frau) man es nur richtig anstellt, etwas Positives ist, während der voreheliche Sex etwas Negatives ist? Ich kenne je­denfalls keine – und ich denke, wenn das irgendwo so gesagt würde, dann wür­de sich das auch schnell herumsprechen. Dabei ist es doch wirklich so: Die Nacktheit ist etwas völlig Natürliches und bringt nur positive Erlebnisse (und immer wieder: wenn man oder frau es nur richtig anstellt), wäh­rend der vor­ehe­liche Sex mit irgend­wem je nachdem gar nicht so harmlos ist und sogar le­bens­lange Trau­ma­ta verursachen kann (die Angst vor der Nacktheit ist doch auch so ein Trauma, das dann auch noch weiter gegeben wird!) und er daher gera­de von den jun­gen Leu­ten bes­ser nicht gemacht wer­den sollte.

Zur Zeit Jesu wurden die Mädchen und jungen Frauen nun mit hoher kriminel­l­er Energie durch ausge­sprochen krimi­nelle Methoden von ihrer natürlichen ho­hen Mo­ral, das so zu sehen und zu praktizieren, abge­bracht – heute wer­den sie mit Gleichgültigkeit und Empa­thie­lo­sigkeit und ver­klemmter Moral zu einer Schein­moral und damit gleichzeitig auch zu einer Dummheit manipu­liert und damit ebenfalls von der echten Moral ab­ge­bracht. Die Frauenfeindlichkeit beziehungsweise Frauenverachtung ist also dieselbe wie damals – nur etwas anders. Hier et­was richtig zu stellen – angefangen bei den jun­gen Men­schen – und sich zu en­gagieren, das wäre doch die Auf­gabe unse­rer Religion – nach der Jesus­ideolo­gie. Denn dann würden sie ihre Intelligenz und ihren guten Wil­len zu einer hohen Moral an der richtigen Stelle einsetzen und nicht für eine Schein­moral, wie sie sich am besten verstecken können. Und das würde dann gera­de auch bei den Mädc­hen und da­mit bei den spät­eren Frau­en zu einer mal wirklich ge­lunge­nen se­xu­ellen Selbstbestimmung und auch zu ech­ter Emanzi­pation füh­ren! Und al­les das entspricht auch völlig unserer Natur, wir brauchen dann keine Pillen und keine Kondome, keine Bikinis und Badeanzüge und keine Bade­ho­sen mehr, sondern nur unseren Verstand (und einen vernünfti­gen Glauben)! Auf diese Weise können wir endlich wirk­lich Mensch sein!
Und was ist mit der Scham? Ich denke, sie ist nicht nur eine Scheinmoral, son­dern auch eine Ersatzmoral. Das hieße also, dass sie, hätten wir erst einmal eine echte Moral, wie ein lästiger Alptraum von alleine verschwinden würde.


Lucretia


Zu den Idealvor­stell­ungen von Lukas Cranach d. Ä, der sowohl Maler als auch Hu­manist war, gehörte, dass Moral und Nacktheit zu­sammen gehören, ja dass vielleicht die echte Moral nur mög­lich ist, wenn sie auch kom­biniert mit der Nackt­heit ist (natür­lich immer nur dort, wo es passt). Ein sehr schönes Beispiel für die­se Kom­bination ist die Darstellung der römi­schen Bür­gerin Lucretia, wenn auch ihr Schicksal ein trauriges war. Sie hatte nämlich ei­ne Vergewal­ti­gung erlebt und litt so unter die­ser schlim­men Erfahrung, an der sie zwar selbst un­schuldig war, doch mit der sie nicht mehr le­ben woll­te – so dass sie sich selbst umbrach­te. Sie galt daher bei den Römern als In­be­griff der Mo­ral. Und in die­sem Sinn hat sie also Lu­cas Cranach d. Ä. gemalt.


ANLAGE 1


Wie junge Menschen und gerade Mädchen mit ihrer Veranlagung zu einer hohen Moral – kul­turbedingt – in die falsche Richtung geschickt werden:

Aber widerspricht die Freude an der Nacktheit nicht unserer Religion? Dazu sollten wir bedenken, dass nach der Sündenfallgeschichte die Scham ein Fluch aufgrund von falschem Verhalten ist (der Hintergrund dieser Geschichte ist ei­ne Geschichte gegen die damals übliche kultische Prostitution, also die Prosti­tution aus religiösen Grün­den) – und sollten wir nicht endlich ein­mal damit an­fangen, uns so zu verhalten, auf dass wir diesen Fluch überwin­den können?

Ich möchte hier auf das Buch „Venusdienst – Ka­rin Freiwald – Meine Jahre als Hure“ hinweisen, wie eine Prostituierte das mit der Pädagogik zu der Angst vor der Nacktheit sieht. Ich wur­de ich von einem Freund darauf aufmerksam ge­macht, als es im Inter­net war. Und bei der Lektüre stieß ich – rein zufäl­lig – auf eine Stelle, in der aus meiner Website zitiert wurde. Ich denke, sie erklärt sehr gut, wie die jun­gen Menschen mit der Erziehung zur Scham in eine Scheinmo­ral geschickt werden, die für eine echte Moral eher kontrapro­duktiv ist.


Venusdienst


  Hier also die Stelle (auf den Seiten 34 und 35):

Auf einer Website (www.basisreligion.de) fand ich kürzlich zum Thema Flittchen eine Ar­gu­men­tation, welche die Wurzeln einer bestimmten Verhaltensprägung sehr tref­fend be­schreibt: »Bevor wir jedoch über ein solches vermeintlich unmoralisches Mäd­chen die Na­se rümpfen, soll­ten wir uns bewusst machen, wer hier eigentlich unmora­lisch ist. Wie ist es denn einem sol­chen Mädchen in der Vergan­gen­heit ergangen? Wurde ihm nicht seit seiner Kindheit eher eine Sklavenmoral mit allen möglichen Ta­bus und Ängsten bei­ge­bracht und damit seine Dumm­heit und Naivität gefördert? Wurde ihm nicht stets glau­ben gemacht, dass die Scham der Inbe­griff jeglicher Moral sei und wurde es damit nicht in die falsche Richtung geschickt und so recht neugierig auf mehr gemacht?« (Anmer­kung: In­zwischen bevorzuge ich eine andere Argumen­tation, die hoffentlich zugkräftiger ist.)

Ich denke, ich darf zu Recht stolz darauf sein, dass eine Prostituierte, also eine Frau, die so­zu­sagen vom Fach ist, mir (also einem Theologen!) zustimmt, dass junge Men­schen mit ihrer Ver­an­lagung zu einer hohen (Sexual-) Moral in eine falsche Richtung geschickt wer­den. Die Miss­brauchs­fälle, von denen heute so viel die Rede ist, sind sicher sehr schlimm, doch ich denke, dass sie nur die Spitze eines Eisbergs sind: Wir haben einfach kein moral­freundliches kultu­rel­les Klima! Denn von Kind an ler­nen die Men­schen keine echte und bewusste Mo­ral, sondern nur eine Schein­moral, nämlich die der Leibfeindlich­keit (also der der Scham). Wenn sie dann da­nach handeln und sich von der – jetzt allerdings verfehlt – befreien wollen, denn nennt man das auch noch sexuelle Selbstbestimmung. Dabei ist dieses (verfehlte) Han­deln vielmehr die Folge einer Manipulation zu einer „unechten“ Moral, eben ei­ner kulturbedingten. Eine echte Moral muss gerade bei jun­gen Leuten, insbeson­dere bei Mäd­chen, die noch ohne „sexuelle Er­fahrungen“ sind, bei denen es gewiss eine ge­wisse Neu­gier, aber (noch) nicht ir­gendeinen Wiederho­lungs­zwang gibt, vom Bewusstsein her kom­men und nicht vom Bikini bzw. von der Badehose. Dieses Bewusst­sein zu wecken, wäre doch die Auf­gabe der Religion. Doch daran ha­ben die Religionen über­haupt kein Inter­esse, gerade auch nicht un­sere pauli­nisch-christli­che. So wird auch hier gar nicht ge­forscht, dabei kann man doch ge­ra­de hier et­was machen! Auch von daher also hin zu einer Religion nach dem echten Jesus!



 
ANLAGE 2


Vision eines Mädchens, das im 3. Jahrtausend angekommen ist: “Lebensklugheit und Lebensfreude statt Scheinemanzipation”.

”Sind wir nicht eine verlogene Gesellschaft, was die Sexualmoral betrifft? Nackt­heit in der Öffentlichkeit ist verpönt, steht sogar unter Strafe, dabei kann das doch alles, wenn man es nur richtig macht, ein total harmloser Spaß und ein Zei­chen von wirk­licher Emanzipation sein! Doch Sex mit verschiedenen Partnern, der ist akzeptiert, der gilt heute als normal und als Zeichen von Eman­zipation, dafür krie­gen wir heute sogar in der Schule Anleitungen! Dabei bringt der doch oft genug lebenslange Trau­mata und es wird gerade auch über Mäd­chen, die hier alles glau­ben und sich dazu rumkriegen lassen und also mitma­chen, gelacht – man muss nur mal nach “Blondi­nenwitzen” goo­geln. Auch der sogenannte Liebesbeweis kommt für mich überhaupt nicht in­frage, das ist doch alles nur ein Zeichen von Dummheit. Wenn auch viele sa­gen, “das”, al­so das Eindringen ohne Ehe oder auch ohne Trauschein, müsste auch frau hinter sich haben zum Zei­chen ihrer Rei­fe und ihres Erwach­sen­seins – ich muss hier gar nichts hinter mir ha­ben, ich habe das nun wirklich nicht nötig, und notgeil bin ich auch nicht. Und zu­dem: Schaut doch mal bei google nach unter “Versteige­rung” und “Jung­fern­schaft”, zu welchen Preisen manche Mäd­chen ihre Jung­fern­schaft im Internet anbieten, was die also für einen Wert hat! Und so etwas Kostba­res werfen die meisten Mädchen wie ei­nen dreckigen Lappen weg. Doch mit Geld oder oh­ne kommt für mich nicht infra­ge, ich bin doch kei­ne naive und dumme Schlam­pe usw., die sich je­den Un­sinn einreden lässt, et­wa dass Sex mit einem ande­ren oder über­haupt mit anderen als mit dem richti­gen Ehe­mann ein Zeichen be­son­derer Aufgeklärtheit und E­manzi­pation ist. Und eine Sklaven­mentalität habe ich auch nicht! In den Zei­ten der Sklaverei wurden die Sklavin­nen ja auch immer von ihren Besit­zern als Sex­skla­vin­nen benutzt, und wenn deren jugendlicher Charme irgend­wann vorbei war, dann wurden sie mit männ­lichen Sklaven zusam­men getan, um den Be­sitzern als Ge­bär­maschinen Skla­ven­nachwuchs zu brin­gen. Wozu also in frü­heren Zeiten unzäh­lige Frauen und Mäd­chen als Skla­vinnen gezwungen wur­den, ge­nau dassel­be ma­chen Mäd­chen heu­te freiwillig, in ihnen scheint so etwas wie eine Sklavinnen­men­talität zu ste­cken. In mir aber nicht! Denn für mich ist das alles Miss­brauch der Se­xua­li­tät, frü­her redete man von Sün­de, doch ist dieses Wort heu­te aus der Mo­de ge­kom­men. Für mich ist dieser Sex ohne Ehe jeden­falls eher ty­pisch für eine Skla­vin. Eigent­lich ist das, was ich hier sa­ge, ja auch meinen Freun­din­nen alles klar, doch warum fan­gen sie trotz­dem mit dem Sex an? Wer hat sie nur so ma­ni­pu­liert, dass ih­nen ihre Ehre und ihre Würde und ihr Niveau so völ­lig egal zu sein scheinen?

Ich möchte je­denfalls in mei­nem Leben die echte Ein­ehe und eine richtige Lie­be le­ben. Ich richte mich dabei durch­aus nach der Natur, und weil es die Natur nun ein­mal so eingerichtet hat, dass beim Eindringen Kin­der `ent­ste­hen´ kön­nen, ge­hört das Eindringen für mich eben in die Ehe. Im Übrigen hat der spa­nische Philo­soph Ortega y Gasset dazu gesagt, dass ein Geschlechts­ver­kehr mit dem Hinter­grund der echten Liebe ganz beson­ders erfüllend ist, wenn er sich in ei­nem Kind “mate­riali­sier­ten” darf oder gar soll. Und wenn schon Sex, dann will ich kein Kanin­chen­gehoppel, sondern ein richtiges Fest!

Gar nichts zu machen und vor al­lem bei al­lem abweisend zu sein, was mit Se­xuali­tät zusammen hängt, ist allerdings einfach un­rea­lis­tisch und das geht auch gar nicht! Denn wer hier zuerst ge­gen alles ist, der wird eines Tages von der Wirk­lichkeit über­rum­pelt und der macht schließ­lich alles. Ich möch­te einfach einen ver­nünf­tigen Mittel­weg gehen: Den ge­schlecht­lichen Un­terschied nicht ver­drängen, sondern ihn kulti­vieren. Da­her bin ich also durch­aus of­fen etwa für para­die­si­sche Nackt­heit – auch und gera­de in Ge­genwart von echt-mo­rali­schen Män­nern, wo dies also möglich ist und nicht falsch ver­stan­den wird. Denn un­sere übliche Angst vor der Nackt­heit (al­so die KTVS) ist doch nur ein Indiz für unse­re Unsicherheit in den Dingen der Sexual­moral, sie verhindert ein Normal­sein zwischen den Geschlechtern und hilft für eine echte Moral gar nichts und ist als eine typische irrationale Angst nur ein Herr­schafts­instrument (vor allem der Reli­gio­nen!) und ein typi­scher Zivi­li­sa­tions­schaden, der eine wirkliche Emanzi­pation ver­hindert. Zudem ist sie auch ein Zeichen von seeli­scher Krankheit. Wie gerne wür­de ich etwa bei ei­nem sol­chen Nacktra­del­tag mitma­chen, wenn der mich irgendwo für erreich­bar wäre (https://basisreli.lima-city.de/radler/rad­lerinnen.htm). Das ist doch ein Zei­chen ge­lingender Emanzi­pa­tion! Natür­lich muss man vernünf­tig dafür sor­gen, dass man dabei nicht miss­ver­standen wird, das gehört nun ein­mal auch zur Eman­zi­pation. Und ich würde sogar vor­her das Frei­händigfahren üben, damit ich wenigs­tens hin und wieder die Arme hochre­cken und die Fin­ger zum V-Zeichen gegen die Spie­ßer, also zum Sie­ges­zei­chen, spreizen könnte! Na­türlich muss man über das alles re­den kön­nen und ich denke, ich kann re­den, weil ich einfach gute Ar­gu­mente ha­be. Und wer hier nicht vernünf­tig reden kann, der kann mich mal!

Aber das ist ja noch nicht al­les! Mir ist auch bekannt, das Zwei­drittel aller Frau­en in ihrem Le­ben nie ei­nen echten Or­gasmus er­leben – und ich will nicht eine von de­nen sein, in die der Mann nur seinen Schniedel reinsteckt und dann wie­der he­raus zieht wie in eine Sklavin und ich habe gar nichts davon und empfin­de nur Langeweile oder gar Widerwillen. Ich will also den Orgasmus er­leben und zwar nicht mit irgend­einem Mann und manch­mal dann auch mit Ver­steck­spiel und mit Fremdgehen und mit Lü­ge und Heu­che­lei, son­dern mit mei­nem Mann und wann immer uns beiden danach ist! Ja, was brennt denn in ei­nem, wenn man mal so richtig verliebt ist? “Innen drin” brennt doch gar nichts, alles was brennt, ist doch nur das Äußere. Also kommt das Innere unter gar keinen Um­stän­den in Frage, das hat Zeit bis zur Ehe! Und ich weiß auch, dass das Orgas­mus­erlebnis auch nur mit der Berührung des Äußeren und ohne Eindrin­gen mög­lich ist, al­so auch ohne jedes Fummeln und nur mit leich­tem Haut­kon­takt, ein­fach in­dem ich mich bei bei einem Mann oh­ne Angst pu­delnackt pudel­wohl fühlen und mich bei ihm so rich­tig fallen las­sen kann. Die Natur hat hier uns Mädchen sogar die tolle Chance zum Testen ohne Ein­drin­gen ge­ge­ben: Denn al­le Nervenzellen, die bei der Frau für den Orgas­mus zu­stän­dig sind, be­fin­den sich eh auf der Oberfläche ihrer Geschlechts­teile, d. h. ein Ein­drin­gen ist für sie überhaupt nicht nötig, um den zu testen. Was an Or­gas­mus nicht ohne Ein­drin­gen passiert, pas­siert nun ein­mal auch nicht mit Ein­dringen.

Dazu kommt noch, dass frau gerade beim ers­ten Mal eine star­ke Angst hat, ob das auch alles rich­tig ist, was sie da ohne Ehe macht. Ich habe auch ge­hört, dass ein Viertel aller Mädchen beim ersten Mal so schlechte Erfah­rungen ha­ben, dass sie vom Sex erst einmal die Nase voll haben. Und die­se Angst ver­hin­dert, dass frau so richtig locker sein kann, was für das Erlebnis des Orgasmus un­bedingte Voraus­set­zung ist. Angst ist einfach tödlich für den Orgas­mus! Viele handeln sich bei so ei­nem ver­fehl­ten “ersten Mal” auch noch ein Trau­ma ein, das sie in ihrem Leben nie wieder so richtig los wer­den. Die einzi­gen, die da­von ei­nen Vor­teil haben, sind doch die Re­li­gio­nen mit ihren Ver­spre­chungen von Trost und Vergebung, wo­für sie ge­nü­gend Kirchensteuer bekom­men, und die Psychiater mit ihren Be­handlun­gen. Da­her unter­nehmen die alle auch nichts, damit wir Mädchen mal pfiffiger werden. Doch das al­les muss ja nicht sein! Und weil der Orgas­mus also nicht mit je­dem klappt, macht es also durch­aus Sinn, ge­nau den und auch nur den und eben nicht auch das Ein­drin­gen vor der Ehe zu tes­ten. Ich denke, das ist auch mein gutes Recht, ja, das gute Recht einer mo­der­nen und wirk­lich eman­zi­pier­ten Frau – und wie sonst soll ich denn heraus­kriegen, ob sich zu­min­dest das körperliche Ideal schon mal bei mir er­füllt?

Es gibt hier eine schöne Geschichte aus der italienischen Rennaissance, wie ich mir mein “erstes Mal” vorstelle. Und ich denke, dass eine Frau oder eben ein Mäd­chen nur so wie diese Braut aus sich herausgehen kann, wenn sie weiß, dass al­les gut und richtig ist, was sie da macht und wenn dann auch noch die Glückwün­sche der Eltern und Verwandten und Freunde und auch noch der Segen der Kir­che da­bei sind – und für den muss man oder eben frau auch gar nicht mal son­derlich religiös und gläubig sein. Auch braucht man oder frau hier gar nichts vor der Ehe lernen, denn gerade wenn alles “in der Ordnung der Natur” ist – religiöse Menschen würden sagen “in der Ordnung Gottes” –, dann können sie das sehr gut auch von allene! Und wenn ein Part­ner einen wirklich liebt, dann liegt dem auch daran, dass frau den Ge­schlechts­verkehr nicht nur so über sich ergehen lässt, sondern von An­fang an mit Freu­de mitmacht, da­mit er auch ein richtiges Fest wird, also macht er dabei nur zu gerne mit. Beim vor­eheli­chen Ge­schlechtsverkehr kann das nie so sein, weil da immer irgend­et­was im Hin­ter­kopf ist, ob das alles auch rich­tig ist, was frau da macht – da kön­nen alle re­den, wie sie wollen. Das wird dann allenfalls eine Triebabreak­tion oder auch ein dum­mes Argument, dass frau auf diese Weise angeblich eman­zi­piert und erwachsen ist, aber nie ein richtiges Fest.

Und überhaupt: Wenn so ein vorehelicher Verkehr eine gute Erfahrung ist und man will ihn immer wieder, was ist, wenn der Partner dann “Tschüs” sagt und einen sitzen lässt? Oder wenn es eine schlechte Erfahrung ist und frau hat die Schnauze da­von voll, warum hat frau ihn dann überhaupt angefangen? Und wie geht frau da­nn mit dem nächsten Partner um, der einen vielleicht wirklich liebt, bei dem frau aber vor­sichtiger sein möchte? Sagt man dem dann “Nein”, wo man doch vorher mal einem unpassenden Typen “Ja” gesagt und an ihn die Jungfernschaft ver­schwen­det hat­te? Oder wie viele will frau durchprobieren, ab welcher Zahl ist sie eine Schlampe oder Hure? Daher gilt für mich: Ich will kei­ne halben Sachen ma­chen, wenn, dann rich­tig! Ich will meine Sexualität je­den­falls voll erleben! So wie in dieser folgenden Geschichte.

ÜBER DIE NATUR DER FRAUEN von Giovanni Sercambi

In der Stadt Pisa in Italien wohnte einmal ein reicher junger Mann aus San Cas­cia­no namens Ranieri, bei dem die Lust zuweilen größer war als der Verstand. Da er nicht verheiratet war und die Verwandten ihm zusetzten, eine Frau zu nehmen, fragte er: “Wen wollt ihr mir geben?" Sie erwiderten: “Wel­che du haben willst und die wir dir beschaffen können."

Da ihr es so wollt", antwortete Ranieri, “bin ich's zufrieden. Aber das eine sage ich euch: Wenn ich gewahr werde, dass sie keine Jungfrau ist, schicke ich sie heim und will nichts mehr mit ihr zu tun haben."

Da entgegneten die Verwandten, er solle ebenso verfahren wie alle anderen auch, doch sie würden ihm schon eine Jungfrau finden. Sie hörten sich um und fanden schließlich ein hübsches Mädchen mit Namen Brida, Tochter des Jacopa delli Or­landi, das nach dem Tode ihres Vaters in der Obhut der Mutter geblieben war. Sie war bildschön und von prächtigem Wuchs. Als sie einan­der vorgestellt wurden, war er einverstanden und sie ebenso.

Die Heirat wurde aufgeboten und, nachdem er sie heimgeführt hatte, die Hochzeit auf Pisaner Art festlich begangen. Abends im Bett dann schwang sich Ranieri in jugendlicher Manier auf sie, um seinen ehelichen Pflichten nach­zukommen. Bri­da, die unter ihm lag, kam ihm so spontan entgegen, dass Ranieri von ihr abfiel. Betroffen sagte er sich: Das ist keine Jungfrau, bewegt sie sich doch so gut, wie ich's nicht für möglich gehalten hätte. Ohne ein Wort darüber zu verlieren, ruhte er sich für den Rest der Nacht aus. Als sich aber am nächsten Abend dasselbe wie­derholte, sagte sich Ranieri: Nun, wenn Brida ihre Mutter besuchen geht, braucht sie meinetwegen nicht wie­derzukommen.

Als dann der Tag angebrochen war, an dem die jungen Ehefrauen ihr Eltern­haus aufzusuchen pflegen, ließ Ranieri Brida und ihrer Mutter ausrichten, Brida brau­che sich nie mehr bei ihm blicken zu lassen, und sie solle sich ja nicht unterste­hen, je wieder sein Haus zu betreten, er brächte sie dann um. Bridas Mutter und ihre Angehörigen wussten sich keinen Reim darauf zu machen und setzten alle Hebel in Bewegung, um zu erfahren, warum Ranie­ri seine Frau nicht zurück ha­ben wollte, nicht ohne Brida zuvor gefragt zu ha­ben, was das bedeuten solle. Doch Brida erwiderte, sie habe keine Ah­nung und war todtraurig. Den Vermitt­le­rinnen, die zu Ranieri geschickt wur­den, um von ihm zu hören, warum er seine Frau nicht zurück haben wollte, antwortete er: “Weil sie mir als Jungfrau ver­spro­chen worden war und ich finde, dass sie mehr von der Sache versteht als eine Hure." Die Frauen, An­verwandte von ihm und von Brida, kehrten betroffen zur Mutter der Braut zu­rück und berich­teten ihr alles.

Die Mutter, die ihre Tochter unberührt wusste, rief aus: “Weh mir Unglückli­cher! Er will sie nicht zurück haben, weil er nichts begriffen hat." Darauf sag­ten die Frauen: “Wir wollen zur Madonna Bambacaia gehen, die wird uns ge­wiss Rat wissen." “Gehen wir!" drängte die Mutter. Sie begaben sich also zur Madonna Bambacaia und erzählten ihr alles.

Madonna Bambacaia hörte sich die Geschichte an und erkundigte sich nach dem Namen des Ehemannes und hieß die Frauen, mit Gott zu gehen. Kaum dass sie weg waren, ließ sie ein Entenküken besorgen und setzte es in ih­rem Zimmer unter einen Korb. Dann schickte sie nach Ranieri. Als er einge­troffen war, bot sie ihm einen Platz neben dem ihren an, rührte mit einem Stöckchen das Wasser in einer Schüssel auf und befahl ihm, den Korb hochzuheben, unter dem die Ente war. Sobald diese das Plätschern des Wassers hörte, stürzte sie sich augenblicklich in die Schüssel.

Nun", wandte sich Madonna Bambacaia an Ranieri, “wie kommt es, dass dieses Entenküken ohne fremde Hilfe das Wasser gefunden und sich hinein­gestürzt hat?"

Es liegt in der Natur der Enten", erwiderte Ranieri, “dass sie sich, sobald sie das Wasser bemerken, unverzüglich hineinstürzen, auch ohne es vorher je gesehen zu haben."

Darauf sagte Madonna Bambacaia: “Siehst du, ebenso wie sich eine Ente, ein Vo­gel ohne Verstand, von Natur aus ins Wasser stürzt, ohne es vorher kennengelernt zu haben, so bewegt sich die Frau, ohne je zuvor den Mann gekostet zu haben, in dem Augenblick da sie ihn spürt."

Ranieri lachte ob dieser Schlussfolgerung. “O Madonna Bambacaia, warum habt ihr das gesagt?" “Weil ich gehört habe", erwiderte Madonna Bamba­caia, “dass du deine Frau nicht wieder haben willst, aber ich rate dir: Sei un­besorgt und nimm sie zurück, denn du hast sie als Jungfrau bekommen. Da war sie gut, sei du nicht der Anlass dafür, dass sie schlecht wird."

Beschämt nahm Ranieri Brida wieder bei sich auf, und von Stund an gaben sie sich ohne Argwohn ihrem Vergnügen hin.


Und wenn ich erst einmal weiß, dass der Or­gas­mus mit ei­nem Mann da ist, dann ist auch die Angst vor dem mögli­chen Schmerz bei der Entjung­ferung völlig über­flüs­sig, weil genau dieser Schmerz nämlich zum ultima­tiven Kick in der Hoch­zeits­nacht wird.

Klar, diese Nacht kann auch ein paar oder mehr Nächte spä­ter sein, aber auf alle Fälle nach der Hoch­zeit. Dage­gen ist das Tes­ten des Ein­drin­gens vor der Hoch­zeit rei­ne Dummheit, weil so­wieso jeder Schniedel in je­de Muschi passt, frau also da­mit gar nichts Beson­deres er­kennen kann. Ja, sich auf diesen “Test des Ein­drin­gens” einzu­las­sen, dazu braucht frau wirk­lich kei­ne Intelli­genz, denn den schafft doch jedes Mädchen und wenn es noch so blöde ist. Nicht zuletzt wirft frau ja da­mit auch noch ihre gu­ten Kar­ten der Jung­fern­schaft ohne vernünfti­gen Gegenwert weg. Mei­ne Mutter hat mir eh den hei­ßen Tipp ge­ge­ben für mei­ne Suche nach dem richtigen Mann: 'Die Bei­ne zu­sam­men und Gott vor Au­gen!' Also bin ich für sol­che Haut­kontakt­erlebnis­se auch ger­ne of­fen – bis hin zur gegen­seitigen Ganzkörpermassage, weil das al­les nicht zu­letzt auch mir selbst Spaß macht und auch noch gesund ist und weil das durch­aus zum Ken­nen­lernen gehört und auch Zei­chen von echter Le­bens­klugheit ist! Und etwas zur Mas­sage: Als An­haltspunkt kann hier das Krau­len ei­nes Hun­des gel­ten: Den fasst man ja auch nicht überall an.

Dabei kommt es auch schon mal dazu, dass ich mit einem Mann die Nacht zu­sam­men verbringe, der für eine Ehe eher nicht infrage kommt – und auch nackt, aller­dings dann je nachdem gerade auch ohne die typischen Hautkon­takterlebnisse. Na­tür­lich unterhalte ich mich mit “demjenigen” vorher schon genauer, damit ich mich später nicht schä­men muss, mit dem eine Nacht ver­bracht zu haben. Der Triebver­zicht kann bei so einer Nacht nicht nur für mich, sondern gerade auch für den Mann schon ein ganz schö­ner Stress sein. Doch es ist ja so, dass der Körper in einem gro­ßen Stress ein Anti­stress­hormon er­zeugt, also Adrenalin, Nor­ad­renalin und Do­pa­min, und das ist sowohl im che­mi­schen Auf­bau wie in der Wir­kung wie eine Droge. Der mensch­liche Kör­per ist nämlich, wenn man es nur richtig anstellt, durchaus sein eige­ner Dro­gen­lie­fe­rant. Man kann sich also gerade durch einen bewusst ge­such­ten Stress, hier den des Triebverzichts, selbst unter Drogen setzen – und ganz kos­tenlos und völlig natürlich! Na ja, und bevor es mit jemandem Hauterlebnisse gibt, dann reden wir auch erst einmal über das Interview mit dieser Lust­be­raterin B.V. (https://basis­reli.lima-city.de/mondbaden.pdf), damit ich herausbekomme, ob es dem wirk­lich um mich geht oder nur um seine eigene Triebbefriedigung. Denn solches Zu­sam­mensein ist für mich schon sehr ernst – und es ist von vorn­he­rein klar, dass da­bei ich immer “oben” bin, damit ich die Sache im Griff behal­te – und unsre Beine sind dabei auch immer so ineinan­der verschränkt, so dass eigentlich nichts passieren kann.

Und die Männer, die in Ordnung sind, werden mich in meiner Vorsicht auch ver­ste­hen und das toll finden, wie ich versuche, einen vernünftigen Mittelweg ZWISCHEN ALLES UND NICHTS zu ge­hen. Und wer mich hier nicht ver­steht oder verstehen will, der soll mich gefälligst in Ruhe lassen.

Und überhaupt: Nicht umsonst hat die Natur doch die Freude am Ge­schlechts­verkehr und die Möglichkeit der Fruchtbarkeit miteinander gekoppelt. Das heißt doch, dass der Geschlechtsverkehr von der Natur her in eine Familie ge­hört, in der auch Kinder gezeugt werden können. Wir sind doch heute sonst so für ein Leben nach der Natur – hier aber meinen wir, die Natur mit Pillen und Kondomen austricksen zu müssen – da hal­te ich mich lieber an die Natur!

So kann ich doch mit dem Triebverzicht toll leben, vor allem eröffnet er viele neue Möglichkeiten der Selbstverwirklichung ohne faden Beigeschmack! Was sind das nur für frust­rierte alte Leute, die Triebverzicht immer mit Qual und Verklemmt­heit gleich­set­zen und die uns jungen Leute keine paradiesi­schen Freuden gönnen?”


Anmerkung des Autors: Wer das alles für unrealistisch und unmöglich hält, der soll­te sich einmal fragen, ob das nur daran liegt, weil er es selbst nie so erlebt hat, und dass das wieder daran liegt, weil er es einfach gar nicht besser wusste?